So trickst du deinen Widerstand gegen das Glücklichsein aus

So trickst du deinen Widerstand gegen das Glücklichsein aus

Gehörst du auch zu den vielen von uns, die einen eingebauten Mechanismus gegen das Glücklichsein haben?

Du denkst jetzt bestimmt, dass das eine ziemlich bescheuerte Frage ist. Denn so ein Mechanismus wäre doch völliger Schwachsinn. Schließlich will jeder glücklich sein, oder?

Nun, machen wir einen kleinen Test ;-):

– Kreisen deine Gedanken oft um vergangene schmerzhafte Ereignisse, z.B. was du Menschen, die dich verletzt haben, hättest sagen wollen?
– Reissen dich deine Gefühle häufig in belastende Situationen von früher, ohne dass du dich dagegen wehren kannst?
– Machst du dir häufig Sorgen um die Zukunft, z.B. darüber, ob du genug Geld für deine Rente hast, du krank wirst oder deinen Kindern etwas passiert?

Wenn du auch nur eine dieser drei Fragen mit “Ja” beantworten kannst, dann hast auch du diesen Antiglücksmechanismus in dir.
Aber keine Sorge. Das ist erstens alles völlig normal (wie viele Menschen in unserer Kultur sind schon glücklich?), und zweitens gibt einen Ausweg.

Lass uns zunächst einmal betrachten, wodurch wir unser Glück verhindern. Das ist im Grunde ganz einfach. Wir verhindern unser Glück, indem wir an Unglück festhalten.
Dies tun wir einerseits, indem wir immer wieder mit unglücklichen Momenten aus der Vergangenheit beschäftigt sind, und andererseits, indem wir uns Unglück für die Zukunft ausmalen.
Und mit beidem ruinieren wir uns die Gegenwart.

Wenn wir einigermaßen bei Sinnen wären, dann würden wir vergangene Dinge vergangen sein lassen und in der Gegenwart froh darüber sein, dass vergangene Leiden uns jetzt nicht mehr betreffen. Ganz sicher würden wir vergangenen Müll nicht immer wieder mental und emotional wiederkäuen.
Ebensowenig würden wir uns den Genuss der Gegenwart versauen, indem wir uns ständig über eine beunruhigende Version der Zukunft Sorgen machen, die vielleicht nie eintreten wird.
Natürlich ist es gut, in gewissen Dingen vorauszudenken, doch ständiges Kreisen um Szenarien, die es womöglich nie geben wird, ist Lebensverschwendung.

Doch irgendetwas in uns gibt es, das einen kaum zu widerstehenden Drang verspürt, sich dauernd mit Vergangenheit und Zukunft zu beschäftigen.

Es ist ganz wichtig, dieses Etwas zu erkennen und wertzuschätzen für das, was es eigentlich tun möchte: nämlich für uns sorgen.
Es möchte eine Wiederholung vergangener Leiden vermeiden. Deshalb kreist es unentwegt darum, was es in der Vergangenheit anders hätte machen wollen und merkt sich die vergangenen Schmerzen als Warnsignal, falls wir wieder einmal in der Nähe einer ähnlichen Situation kommen könnten.
Und deshalb denkt es auch ständig über die Zukunft nach und überlegt sich, wie es uns vor allen möglichen und unmöglichen Eventualitäten schützen kann.
Kurz gesagt: Es möchte uns glücklich machen!

Ist es nicht tragisch komisch?
Dieses innere Dings, das für uns sorgen und uns glücklich machen will, verhindert leider, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf die einzige Zeit legen, in der wir glücklich sein können. Das ist die Gegenwart.

Gut, ich gebe zu, dass wir auch glücklich sein können, wenn wir uns an schöne Dinge aus der Vergangenheit erinnern oder uns erfüllende Ereignisse in der Zukunft vorstellen, doch das ändert nichts daran, dass der einzige Augenblick, in dem wir glücklich sein können, das Hier und Jetzt ist.
Die Vergangenheit ist ja schließlich weg, und die Zukunft ist noch nicht da.
Glücksgefühle werden immer im Jetzt erzeugt.

Umgekehrt zeigt die Macht der Erinnerungen oder zukünftigen Vorstellungen, dass für unser Glück weniger entscheidend ist, was uns äußerlich widerfährt, sondern was in unserem Geist vor sich geht.
Wir können in einer ziemlich beschissenen Situation anfangen, uns an Momente zu erinnern, in denen wir glücklich waren – und innerhalb von Minuten geht es uns in genau der gleichen Situation schon viel besser.

Oder wir können mit unserem Traumpartner an unserem absoluten Traumstand sitzen und trotzdem unglücklich sein, weil wir die Erinnerung an eine berufliche Auseinandersetzung vor dem Urlaub nicht abschütteln können.

Man könnte daraus eine Art Rezept fürs Glücklichsein formulieren:

Um glücklich zu sein brauchen wir zwei Zutaten:
1. Wir müssen unseren Geist in die Gegenwart holen
2. Wir müssen unseren Geist dazu bringen, unabhängig von äußeren Umständen mehr glücklich machende innere Zustände zu produzieren

In die Gegenwart bringen wir unseren Geist, indem wir lernen, über vergangene Dinge hinwegzukommen. Das bedeutet, schmerzhafte Ereignisse zu bewältigen und innerlich abzuschließen.

Und mehr glücklich machende Zustände produziert unser Geist, indem wir ihn gezielt darauf ausrichten, nach positiven Dingen Ausschau zu halten und Dankbarkeit für alles Gute in unserem Leben zu entwickeln.
Das wiederum bedeutet nicht, dass wir vor Problemen die Augen verschließen und anstehenden Aufgaben ausweichen.
Es bedeutet, das Gute, das vorhanden ist, wahrzunehmen.
Das klingt jetzt vielleicht banal, doch das Hauptproblem in puncto Glücklichsein ist, dass wir gute Dinge nicht bemerken, weil unser Geist so derart mit vergangenen Schmerzen oder zukünftigen Katastrophen beschäftigt ist!
Es gibt definitiv mehr Gutes in unsrem Leben, als wir mit unseren negativ eingestellten Gehirnen so denken ;-).

Mit der zweiten Zutat kannst du heute noch auf ganz einfache Weise beginnen. Mache dir jeden Abend vor dem Schlafengehen eine Liste von allen guten Dingen, die dir tagsüber begegnet sind, und bedanke dich dafür beim Universum.
Beachte dabei die großen Dinge in deinem Leben (meine hübsche Wohnung, meine Familie) genauso wie die kleinen Details des Alltags (die Farbe der Wände in meinem Büro, das Lächeln der Kassieren beim Bezahlen im Supermarkt). Je länger du diese Übung machst, desto mehr Dinge wirst du finden.

Wenn du noch eine extra Portion glückliche Gefühle brauchst, dann mache diese Übung auch morgens nach dem Aufwachen oder tagsüber, wenn du Aufmunterung gebrauchen könntest.

Über schmerzhafte Erlebnisse aus der Vergangenheit hinwegzukommen, ist dagegen für die meisten von uns weniger einfach. Auch das ist völlig normal, doch man muss sich damit nicht abfinden.

 

Als einen Weg dazu haben wir einen Online-Vergebungskurs konzipiert. Er ist besonders hilfreich, wenn du einem Menschen gegenüber sehr heftige Gefühle hast und bisher keinen Weg gefunden hast, innerlich wieder in Frieden zu kommen. Schau doch hier einmal rein, ob dieser Kurs etwas für dich ist.

Vielleicht interessiert dich auch unser kostenloser Onlinekongress über “Vergebung” im Januar 2018. Dort werden viele verschiedene Experten zu Wort kommen und darüber sprechen, wie man schmerzhafte Dinge hinter sich lässt, Konflikte überwindet und Frieden findet. Melde dich am besten gleich an!

Außerdem haben wir, um deinen Geist in die Gegenwart zu holen und ihm beizubringen, mehr Frieden und glückliche Gefühle zu produzieren, jeden ersten Montag im Monat eine Live-Meditation, an der du teilnehmen kannst. Die erste Teilnahme zum Schnuppern ist kostenlos – schalte dich doch einfach beim nächsten Termin ganz unverbindlich dazu. 

Danke fürs Lesen, danke für dein Interesse an diesem Thema und herzliche Grüsse,

Armin & Kendra

Agentur für Innere Freiheit

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P.S.: Wenn du diesen Artikel hilfreich findest, dann teile ihn doch bitte mit deinen Freunden als Impuls für mehr Glück in der Welt. Danke!!!

 

 

Erwachen – vielsagende Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung

In den letzten Wochen verfolge ich mit großem Interesse die Arbeit eines amerikanischen Psychologen, Dr. Jeffery Martins.
Sein Spezialgebiet: Erwachen!

Seit über 10 Jahren erforscht Martins, ob und wie man Erwachen definieren kann, wie die einzelnen Menschen es erleben, was sich in ihrer Wahrnehmung verändert hat und wie man Erwachen gezielt herbeiführen kann.

Ich bin völlig baff, dass sich jemand schon so lange mit diesem Thema beschäftigt und weltweit auf Konferenzen darüber spricht, doch gleichzeitig so wenige Leute auf dem spirituellen Weg ihn kennen.
Was Martins herausgefunden hat, ist nämlich Gold wert. Mindestens.

Er hatte damit begonnen, weltweit 50 Erwachte über ihre Erfahrung zu befragen. Dabei stellte er fest, dass es fünf wesentliche Merkmale gibt, die sie alle – ungeachtet ihres kulturellen oder weltanschaulichen Hintergrundes – miteinander teilen.

Das erste davon ist eine völlig veränderte Wahrnehmung des Selbst. Alle Betroffenen berichteten übereinstimmend, sich weniger mit einem individuellen Selbst zu identifizieren. Dabei gibt es verschiedene Grade: manche nehmen noch ein individuelles Selbst wahr, jedoch in verringertem Maße, andere überhaupt keines mehr.

Das zweite Merkmal ist eine mehr oder weniger vollständige Abnahme des mentalen inneren Geplappers, vor allem selbstbezogener Gedanken. Das Denken funktioniert noch prima, um im Alltag zu funktionieren, doch die ständigen automatischen, meistens urteilenden, kontrollieren wollenden oder Angst erzeugenden Gedanken sind entweder kaum noch vorhanden oder ganz verschwunden. So sie noch vorhanden sind, erleben die Befragten sich allerdings nur noch marginal von diesen Gedanken beeinflusst.

Das dritte Merkmal ist eine Veränderung der Gefühle. Negative Gefühle lassen stark nach oder verschwinden sogar ganz, stattdessen werden Freude und Frieden empfunden. Diejenigen, die noch negative Gefühle erleben, erleben sich von ihnen kaum noch beeinträchtigt, und die Gefühle gehen rasch wieder vorüber.

Das vierte Merkmal betrifft äußeres Erleben: die Wahrnehmung der Gegenwart sowie Reaktivität auf externe Ereignisse.
Die Befragten schilderten, dass sie viel mehr im gegenwärtigen Augenblick leben und Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft weniger bis hin zu fast überhaupt nicht mehr vorkommen. Die Reaktivität auf externe Ereignisse war für alle stark reduziert, einige waren völlig frei davon.

Das fünfte Merkmal zeigte sich im Bereich des Gedächtnisses. Generell verloren persönliche Erinnerungen für alle Erwachten erheblich an Bedeutung. Erinnerungen, die vorher mit starken Emotionen aufgeladen waren, waren darüber hinaus plötzlich neutral.
Manche Befragten erlebten Probleme mit ihrer Fähigkeit, sich Dinge zu merken, und sagten von sich, ihr Gedächtnis sei schlechter geworden. Doch wenn sie gezielt nach Ereignissen gefragt wurden, konnten sie sich erstaunlich gut erinnern. Das Gedächtnis war vorhanden, doch musste bewusst angesteuert werden. Während wiederkehrende Termine und Alltagsroutinen von dem Gedächtnisverlust nicht betroffen waren, mussten sich manche Erwachte für einmalige Termine oder Einkäufe mit Zetteln und anderen Hilfsmitteln behelfen.

Ein weiteres, hochinteressantes Ergebnis von Dr. Martins Forschung ist das Aufspüren verschiedener erwachter Zustände. Er bezeichnet das Erwachtsein als Kontinuum, innerhalb dessen es verschiedene Zustände gibt. Diese Zustände sind nicht unbedingt linear angeordnet, auch wenn es durchaus eine allgemeine Tendenz gibt, nach der sich Menschen von einem Zustand in den nächsten bewegen – wenn sie es denn tun. Manche bleiben nämlich auch an in dem Zustand, in den sie ursprünglich erwacht sind.

Laut Martins gibt es 4 Zustände.
Die meisten Menschen erwachen seinen Ergebnissen zufolge in Zustand 1. Dieser zeichnet sich durch eine verringerte Wahrnehmung eines individuellen Selbst aus, so wie eine erhebliche Reduktion des mentalen Geplappers und negativer Gefühle. Negative Gefühle und emotional behaftete Gedanken an Vergangenheit oder Zukunft treten weiter auf, haben aber einen drastisch reduzierten Einfluss. Negative Gefühle und Trigger gehen schnell vorüber.
Es gibt ein allgemeines, stabiles Grundgefühl von Freude und Frieden. Hinzu kommt ein Empfinden von Sein und davon, mit etwas weit größerem als dem eigenen individuellen Selbst verbunden zu sein.

Zustand 2 ist im Wesentlichen eine Vertiefung von Zustand 1. Menschen an diesem Punkt berichten von zunehmend nur noch positiven Gefühlen und noch mehr Wohlbefinden als an Punkt 1. Wenn sie Entscheidungen treffen, haben sie zudem ein starkes Gefühl von einem richtigen Weg.

In Zustand 3 erleben die Betreffenden nur noch ein Gefühl: eine Mischung aus Liebe, Mitgefühl und Freude. Reste von negativen Emotionen können am Horizont erscheinen, schaffen es aber nicht mehr, sich zu einer vollständigen Emotion auszubilden. Selbstbezogene Gedanken sind fast völlig verschwunden.
Frieden und das Gefühl von Sein vertiefen sich weiter, ebenso das Gefühl von Verbundenheit. Je nach spirituellem Hintergrund wird dieser Zustand zum Beispiel als “Einheit mit Gott” oder “alles durchdringendes Bewusstsein” beschrieben.
Menschen an Punkt 3 empfinden die Welt als in Ordnung, wie sie ist, und haben interessanterweise das Empfinden von der Existenz “richtiger” Entscheidungen verloren, über das Menschen an Punkt 2 berichten.

Zustand 4. Jetzt wird es schräg. Eine totale Veränderung im Vergleich zu den anderen Zuständen. Die Betroffenen berichten, sich selbst überhaupt nicht mehr als individuelles Selbst wahrzunehmen, und auch keine Gefühle mehr zu erleben. Sie haben den Eindruck, keine Entscheidungen mehr treffen zu können oder zu müssen – das Leben geschieht einfach. Manche nehmen die Welt so wahr, als würde sie sich durch sie hindurchbewegen, während sie selbst an einem Ort verbleiben – auch wenn sie sich bewegen. Interessanterweise nehmen Menschen an Punkt 4 auch kein Gefühl der Verbundenheit mit etwas Höherem mehr wahr.
Was mich am meisten verwirrt ist, dass obwohl dieser Zustand (zumindest für mich 😉 ) sehr befremdlich und nicht erstrebenswert klingt, die Betroffenen das höchste Wohlbefinden aller Erwachten erleben und der Ansicht sind, ihnen sei nie etwas Besseres passiert.

Wenn jemand erwacht, kann man nicht wissen, an welchen Zustand es ihn verschlägt. Auch wenn, wie gesagt, der tendenzielle Ablauf ist, bei Zustand 1 herauszukommen und dann, mit Vertiefung der Erfahrung, zu Zustand 2, 3 und 4 weiter voranzuschreiten, gibt es auch Menschen, die gleich bei 2,3 oder 4 erwachen oder sich von 2, 3 oder 4 zu einem “früheren” Zustand weiterbewegen.

Martins erwähnt noch eine Sache, die ich sehr hilfreich finde, um Berichte von Erwachten besser einzuordnen: Er sagt, alle Erwachten hielten ihren momentanen Zustand für die letztgültige Realität und hätten, solange sie es nicht selbst erlebt haben, Schwierigkeiten, andere Zustände als ebenso gültige Formen des Erwachens anzuerkennen.

Dies klärt für mich persönlich das Rätsel, warum verschiedene Erwachte so verschiedene und sich teilweise widersprechende Dinge berichten. Logisch – für jemanden in Zustand 4 stellt sich die Realität nun einmal vollkommen anders dar als für jemanden in Zustand 1, 2 oder 3.

Ein weiteres interessantes Detail von Martins’ Forschung könnte man so beschreiben, dass nicht jeder, der erwacht ist, völlig frei vom Ego und ganz von Liebe und Mitgefühl durchdrungen ist. Davon war ich bisher immer ausgegangen, zumindest in der Theorie. Gewisse Begegnungen mit Erwachten hatten mich dann stark verwirrt, weil ich ihr Verhalten nicht mit dieser Theorie in Übereinstimmung bringen konnte. Aha. Auch das hängt also von dem jeweiligen Zustand ab!

Martins’ Betreben ist es, einer kritischen Zahl von Menschen auf dem Planeten zum Erwachen zu verhelfen, um das kollektive Bewusstsein anzuheben. Dazu untersucht er mit seinem Team, wie man Menschen am besten ins Erwachen hinein führen kann.

Auch dazu hat er faszinierende Erkenntnisse zu bieten.

Soweit ich seinen Ansatz verstehe, geht es darum, den Geist auf das SEIN zu fokussieren. Dazu hat er ein Programm aus Übungen und Meditationen entwickelt, um ganz materiell gesprochen, das Gehirn umzutrainieren und das Ego auszutricksen. Wer an seinem Programm teilnimmt, muss 17 Wochen lang täglich zwischen 1 1/2 und 3 Stunden für Anleitungsvideos, Übungen und Meditationen aufwenden und wird dabei mit täglicher Messung bestimmter physiologischer Werte beim Meditieren und mit wöchentlichen Fragebögen “überwacht” und begleitet.

Für den unvorbereiteten Geist kann eine forcierte Reise ins Erwachen nämlich sehr unangenehm werden, da starker innerer Widerstand ausgelöst wird, der sich in Form von starken negativen Emotionen zeigt.
Dies soll vermieden werden.

Martins weist daher immer wieder auf die Notwendigkeit hin, das psychische Wohlbefinden des Einzelnen zu steigern und zu stabilisieren, bevor man ihn ins Erwachen führt.
Und da treffen sich dann für mich wieder Wissenschaft und Spiritualität. Mit den Worten von “Ein Kurs in Wundern” könnte man sagen: Erst der “glückliche Traum”, dann das Erwachen. Einen glücklichen Traum anzustreben, ist daher keine fehlgeleitete Egoagenda, sondern ein notwendiger Schritt, um das Erwachen zu erleichtern.
Ich persönlich kann diese Weisheit auch in Marshall Rosenbergs Devise “Empathy before education” wiederfinden (“Erst Empathie, dann Belehrung”). Der Geist muss erst beruhigt werden, bevor “weiterarbeiten” kann.

Wer Englisch versteht und gerne mehr über Martins’ Forschungsergebnisse lesen möchte, kann dies u.a. hier tun: http://nonsymbolic.org/PNSE-Summary-2013.pdf

Sehr interessant zum Thema ist dieser Vortrag von Martins auf einer Konferenz in China.

Was meinst du zu dem allen?

Ich würde mich freuen, in den Kommentaren davon zu lesen!

Liebe Grüsse,

Kendra

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Vom Ärgernis zur Inspiration – was beim Vergeben Verrücktes passieren kann

Vom Ärgernis zur Inspiration – was beim Vergeben Verrücktes passieren kann

Heute morgen sah es ganz so aus, als würde es ein besonders ätzender Tag werden. Ich war müde und meine Kleine auch – sie war permanent am Jammern. Meine Nerven lagen blank. Mein Mann und ich gerieten aneinander.

Und dann wurde es noch schlimmer. Ich bekam eine Email von einem Vertreter der Gemeinde. Bürokratie in Höchstform.

Das Ganze war völlig absurd. Aus der Nachbarschaft hatte es eine Beschwerde gegeben, dass unser am Straßenrand geparktes Auto die Zufahrt zu den Besucherparkplätzen des Nachbarhauses blockieren würde.
Dabei hatten wir es wohlweislich extra gegenüber von einigen Mülltonnen geparkt, und nicht gegenüber von irgendwelchen Parkplätzen, da wir – ganz genau – niemanden behindern wollten.

Nun hatten wir die Aufforderung erhalten, unser Auto umzuparken, da so, wie es jetzt dort stünde, die Nutzung der Parkplätze nicht mehr möglich sei.
Echt jetzt???
Wir konnten weder den Sachverhalt nachvollziehen, noch dass ernsthaft jemand wegen so etwas eine Meldung gemacht hatte. Kurzzeitig überlegten wir, ein Foto zu machen und die Sache spaßeshalber auf Facebook zu posten.
Man hätte uns ja auch einfach darauf ansprechen und freundlich bitten können, das Auto woanders abzustellen. Aber nein, nun war es eine hochoffizielle Angelegenheit.
(Das sind so Augenblicke, wo ich dann gleich auch noch an der Menschheit verzweifele.)

Zur Kenntnis genommen. Die Sache landete, da wie gesagt eine tatsächliche Beeinträchtigung irgendeines Einparkerlebnisses von irgendeinem potentiellen Besucher des Nachbarhauses nicht gegeben war (und von den fünf Parkplätzen ungefähr einer einmal die Woche benutzt wird), auf meiner Prioritätenliste unter “erledigen – am besten morgen nach dem Einkaufen”, aber nicht unter “sofort alles dafür stehen und liegen lassen”.

Fehler.

Heute Morgen um acht bekam ich die nächste Email, in der mir eine Frist bis zehn Uhr gesetzt wurde, das Auto umzuparken, ansonsten würden weitere Maßnahmen folgen.
Interessant – der Absender setzt anscheinend voraus, dass brave Bürger schon vor morgens um zehn Uhr mindestens einmal ihren Emaileingang kontrolliert haben.

Ich bin schier explodiert.

Meine Geschichte war: Vor 4 Monaten hatte ich mich an dieselbe Behörde, an denselben Menschen gewandt, mit einem ECHTEN, DRINGENDEN Problem. Er sagte, er könne mir nicht helfen, verwies auf bürokratische, für mich nicht nachvollziehbare Gründe, und machte einen Lösungsvorschlag, der praktisch nicht durchzuführen war. Ich wandte mich an die nächsthöhere Instanz, wo man schließlich ein Einsehen hatte.
Es wurde eine Entscheidung für eine Lösung getroffen, mit deren Umsetzung sich der Betreffende allerdings weitere 3-4 Wochen Zeit ließ. Und jeden dieser Tage wartete ich weiter, etwas in der Angelegenheit zu hören, da ich weiterhin dringend eine Lösung brauchte.

Also: Echtes Problem wird nicht gelöst, dauert Monate und geht nur unter Beschwerde an anderer Stelle. Ich brauche Hilfe, aber bekomme keine.
Ein “Nicht-Problem” aus der Nachbarschaft wird dagegen sofort eifrig und mit schwerem Geschütz angegangen. Es wird zwar niemand behindert und es kommt niemand zu schaden, doch die Behörde greift gleich mal voll durch.

Soweit meine Geschichte auf der Formebene. Ich war so derart wütend und frustriert, fühlte mich so unter Druck gesetzt und schickaniert, dass ich kaum noch zu bremsen war.

Sobald mein Mann mit unserer Kleinen zum Einkaufen aus der Haustür war, schnappte ich mir unseren Wohnzimmersessel und stellte ihn stellvertretend für den Behördenvertreter hin.
Eine wunderbare Gelegenheit, dachte ich mir, noch einmal selber die Schritte zu vollziehen, die wir in unserem Online-Vergebungskurs empfehlen.

Ich ging gleich zu dem Schritt “Gefühle ausdrücken” über und stellte mir vor, wie dort auf dem Sessel dieser Typ saß, der mich so maßlos aufregte.
Ich schrie ihm all meinen Ärger entgegen. Wie unfair, unverhältnismässig und scheisse ich die Aktion von ihm fand. Wie rasend es mich machte, dass er auf solchen Kleinigkeiten mit seiner ganzen behördlichen Macht herumritt, doch sich bei wichtigen Dingen nicht bewegte. Er könne mich ja auch gleich auf dem Dorfplatz steinigen lassen  – das wäre doch vielleicht angemessen bei der Schwere des Vergehens?

Ich machte unmissverständlich deutlich, WIE wütend ich war. Wie sehr ich es hasste, dieser behördlichen Macht ausgeliefert zu sein.
Ich musste SOFORT machen, was er von mir wollte, aber wenn ich etwas brauchte, ließ er sich Tage oder Wochen Zeit mit einer Reaktion.
Ich prügelte auf den Sessel mit Kissen ein, sprang auf und ab und schrie.

Oh je. Sicher haben die Nachbarn mein Toben auch gehört. Vermutlich hat mein Ruf im Haus heute Morgen etwas Schaden genommen hat. Nun ja. Vermutlich gleich der nächste Grund, die Behörden zu benachrichtigen? Oder die netten Männer in den weißen Anzügen?
Diese Möglichkeit gehört bei Gefühls- und Vergebungsforschern wohl zum Berufsrisiko ;-).

Doch der Prozess lohnte sich. Wie so oft kamen im Laufe meiner Abreaktion an dem Sessel erstaunliche Dinge zutage. Wie von selbst wurden die Glaubenssätze sichtbar, die meinen heftigen Gefühlen zugrunde lagen.
Ich fand “Ich bin alleine und niemand hilft mir!”, “Ich brauche Hilfe, doch bekomme sie nicht!”, “Auf mich wird keine Rücksicht genommen!” und “Wie es mir geht, zählt nicht – ich bin anderen egal.”

Damit wurde die ganze Angelegenheit schon klarer.

Als ich mich dann wieder einigermaßen beruhigt hatte, überlegte ich, welche Bedürfnisse ich hatte. Ich fand “mein Leben selbst gestalten können” (nicht durch 1000 Regeln eingeschränkt werden, die gar keinen Sinn ergeben), “wohlwollend gesehen werden” (ich wollte niemandem schaden und sicher keine Nachbarn verärgern) und “Gleichwertigkeit” (eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der nicht eine Seite über mehr Macht verfügt und diese als Druckmittel einsetzt).

Meine Bedürfnisse zu erkennen und ein paar Male laut auszusprechen beruhigte mich noch weiter, doch es war noch nicht ganz rund. Und ich hatte Widerstand dagegen, den nächsten Schritt auch noch zu tun, nämlich mich in den anderen hineinzuversetzen.
In dem Moment fand ich das amüsant. Aus den bisherigen Feedbacks zu dem Onlinekurs habe ich schon davon gehört, dass die Teilnehmer gegen bestimmte Schritte Widerstände hatten.
Doch ich dachte, dass ich über “so etwas” schon hinweg sei 😉 – tja, wie herrlich kann sich der Mensch etwas vormachen.

Ich muss mir eingestehen, dass mich gerne darum herumdrücke, mich in den anderen hineinzufühlen. Und ich konnte heute auch gut erkennen, warum: Ich habe Angst, dass wenn ich erst einmal Mitgefühl für den anderen entwickele, ich mich selbst im Stich lasse.

Also saß ich da und konnte spüren, dass ich mich kein Stück in den anderen hineinversetzen wollte.
Da es immer hilft, Dinge, die in einem vorgehen, einfach einmal laut auszusprechen, sagte ich dem fiktiven Typen auf dem Sessel: “Ich habe gar keine Lust, mich in dich reinzufühlen. Ich habe Angst, dass ich dann wieder vergesse, was ich brauche.”

Das brachte die Dinge wieder in Fluß, und ich entschied mich, trotz meines Null-Bock-Gefühls der Sache eine Chance zu geben.

Ich setzte mich auf “seinen” Sessel, sagte mir selbst, ich sei jetzt der Behördenvertreter, und fragte mich in dieser Rolle, was ich gerade fühlte, jetzt, wo ich “Kendra Gettel” gegenübersaß.
Interessanterweise bekam ich gleich starkes Herzklopfen und es machte sich eine Anspannung im ganzen Körper bemerkbar, die im Brustbereich am stärksten war.
Hatte ich etwa Angst???

Ich sagte “Kendra”, dass ich Angst hätte, und schon veränderte sich das Gefühl zu einem Kloß im Magen. Dieses nächste Gefühl konnte ich gar nicht einordnen. Ich konnte es nicht mit meinem Gegenüber oder den aktuellen Ereignissen in Verbindung bringen, und wusste erst gar nicht, was es hier wollte.
Als ich bei dem Gefühl blieb, kamen mir die Tränen! Traurigkeit. Ich wusste wieder nicht, weshalb.

Schließlich kam etwas hoch von “Ich kenne das, unter Druck zu sein, ich bin auch sehr stark unter Druck. Und Willkür kenne ich auch – als Kind habe ich das oft erlebt.”

Daraufhin veränderte sich wieder etwas. Es war, als ob ich in der Rolle als Behördenvertreter zu “Kendra” sagen wollte: “Sie sind eine starke Frau, sie haben viel auf dem Kasten, sie sind attraktiv. Ich bewundere das, und ich möchte nicht, dass Sie sauer auf mich sind.”
Und dann wurde es noch schräger: “Ich habe dieses Gefühl in mir, schon ganz lange, irgendetwas nagt an mir, und ich weiss nicht was. Können Sie mir damit helfen?”

An diesem Punkt war ich echt perplex. Es fühlte sich mit einem Mal so an, als hätte diese Situation, die ich bis wenige Minuten vorher als ein reines, überflüssiges Ärgernis gesehen hatte, in Wahrheit einen himmlischen Zweck.
So als hätte irgendeine Macht im Hintergrund diese total hanebüchene Beschwerde der Nachbarn fabriziert, damit mein Weg sich noch einmal mit diesem Typen kreuzt.

Aber nicht, damit wir uns gegenseitig aufregen, sondern damit wir etwas gegenseitig in uns heilen.

In der Rolle sagte “er” dann noch: “Ich wollte Ihnen keine Umstände machen. Ich will bloß geliebt werden. Wenn Sie noch einmal etwas brauchen, helfe ich Ihnen.”

Und dann war Frieden zwischen uns.

Ich kam mir bei dem ganzen Dialog seltsam vor und zweifelte an dem, was ich wahrnahm. Schleppte der Mann wirklich unverarbeitete Erlebnisse aus seiner Kindheit mit sich herum?
Seitdem ich diese Methode kenne, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, habe ich es schon unzählige Male gemacht, und jedes Mal gute Resultate erzielt. Doch bisher hatten die Gefühle, die dabei hochkamen, immer in einem Zusammenhang mit der Person auf dem Stuhl gegenüber und mit den Ereignissen zwischen beiden gestanden.

Diesmal schienen sie davon abgekoppelt. Und es war ungewohnt, dass der andere nichts Konkretes von mir wollte, sondern etwas Abstraktes wie “Geliebt werden” und “Hilfe mit seinen Gefühlen”.

Doch was ganz real war, war der Frieden am Ende.
Und das ist, worauf es bei solchen Prozessen ankommt.

Wir können nicht wissen, ob das, was sich zeigt, akkurat das Erleben desjenigen wiedergibt. Mag sein, mag auch nicht sein. Unser Verstand kann diese Dinge oft nicht erklären und muss es auch nicht. Vielleicht ist es etwas aus Unterbewusstsein des anderen, aus seiner Vergangenheit oder ein kollektives Thema. Vielleicht ist es auch ein Hirngespinst.
Da ich Pragmatikerin bin und zufrieden, solange etwas funktioniert, meine ich: Auf jeden Fall spürt man, dass sich etwas bewegt hat, etwas zur Ruhe gekommen ist. Und das ist ja Sinn der Sache, auch wenn wir sie nicht erklären können. 🙂

Auf jeden Fall waren für mich die spirituellen Weisheiten wie “Begegnungen sind nie zufällig”, “Die Menschen, die uns am meisten aufregen, sind unsere größten Lehrer” oder “Es ist alles nur ein Ruf nach Liebe” plötzlich mit unerschütterlicher Klarheit fühlbar.

Ich habe mich gefragt, wie zum Teufel ich konkret dazu beitragen kann, in diesem Menschen ein Thema zu heilen. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, es durch diesen Prozess mit ihm, meine Bereitschaft, mich in ihn einzufühlen, schon ein Stück weit getan zu haben.

Und es war, als hätte er sich dafür bedankt.

(Gleichzeitig denke ich “Oje – wenn er je diesen Blogartikel zu Gesicht bekommt – was denkt er dann über mich???? Der hält mich für bescheuert!” Wie war das mit dem Berufsrisiko?)

Es beeindruckt mich wieder einmal, welche Wunder geschehen können, wenn wir uns auf Vergebung einlassen, und dabei auch der “Drecksarbeit” nicht aus dem Weg gehen, die darin besteht, uns durch unsere dunkelsten Gefühle und fiesesten Gedanken hindurchzuarbeiten.
Das ist nicht immer einfach, wird aber immer leichter, je mehr man übt.

Am Ende winken als Belohnung immer der Frieden und eine neue, erweiterte Perspektive auf uns und das Leben.

Inspiration pur!

In unserem Onlinekurs beschreiben wir im Detail, welchen Prozess ich heute angewendet habe, und nehmen die Teilnehmer an der Hand, damit sie auch solche schönen, befreienden Ergebnisse haben.

Und ich kann für diesen Behördentyp jetzt sogar geradezu dankbar sein. Schon fast eine Muse 😉

Was mir noch wichtig ist:
Mit diesem Artikel möchte ich niemanden angreifen oder ins Unrecht setzen. Ich beschreibe hier lediglich einen inneren Klärungsprozess, der in dieser oder ähnlicher Art schon vielen Menschen geholfen, über Ärger und Angriffsgedanken hinwegzukommen.
Teil dieses Prozesses ist es, die eigene “Geschichte”, die man um ein Ereignis herum aufgebaut hat, offenzulegen, und sich mit den eigenen Urteilen, Gedanken, Gefühlen und reaktiven Mustern auseinanderzusetzen.
Meine Schilderung dieser Ereignisse und meiner eigenen Reaktivität ist in diesem Licht zu verstehen.
Darüber hinaus: Wenn ich in einem Rollenspiel über den Betreffenden wahrnehme, bedeutet nicht, dass es auch “wirklich” so ist. Also wir wollen hier niemandem traumatische Kindheitserinnerungen und ein Liebesdefizit unterstellen, der es nicht hat, oder jemanden “ausspionieren”. Wie gesagt, es geht um eine erfolgreiche Methode, um eigene innere Konflikte zu lösen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Danke für die Kenntnisnahme!

Kendra

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So kannst du ehrlich sein, ohne andere zu verletzen

Das Thema “Ehrlichkeit” macht vielen Menschen Angst.

Das ist auch völlig nachvollziehbar, denn so, wie wir Ehrlichkeit aus unserer Kultur kennen, ist sie oft verletzend.
So ein typisches Beispiel wäre: “Also ich bin jetzt mal ganz ehrlich: Du bist ein rücksichtsloser Idiot!”
So etwas will natürlich niemand hören, und dass wir vor solcher Art von “Ehrlichkeit” Angst haben und nichts Konstruktives darin sehen können, ist ganz normal.

Die herkömmliche Art, ehrlich zu sein, besteht darin, anderen Menschen unsere Urteile über sie an den Kopf zu werfen.
Doch wahre Ehrlichkeit ist noch etwas anderes.
Sie geht viel tiefer und berührt die Ebene, auf der wir uns jenseits von Urteilen übereinander begegnen können.

Es gibt einen Weg, wie du ganz ehrlich und ganz bei dir sein kannst, ohne zu verletzen. Einen Weg, wie du durch deine Ehrlichkeit Brücken bauen, Menschen wirklich erreichen und Konflikte lösen kannst.

In diesem Video zeigen wir dir, wie.

Schau doch gleich mal rein, ob da nicht der ein oder andere Impuls für dich enthalten ist, der dir bei einer aktuellen Herausforderung dieser Tage helfen kann. 🙂

Viele Grüsse,

Armin & Kendra

Diese 3 Aussagen verraten, dass jemand sauer auf dich ist

Diese 3 Aussagen verraten, dass jemand sauer auf dich ist

Ärger und Wut sind in unserer Kultur ja ein ziemliches Tabu. Und so kommt es, dass wir diese Gefühle nicht gerne direkt ausdrücken, sondern sie leugnen oder darum herumeiern.

Daraus ergeben sich oft Missverständnisse, Frust und Streit!

In diesem Artikel beschreiben wir 3 typische Dinge, die Menschen sagen, wenn sie sauer sind – aber dies nicht zugeben können oder möchten. Außerdem erfährst du, wie du auf Nerven schonende Weise darauf eingehen kannst.

1. “Warum hast du das gemacht?”

Du hast es bestimmt auch schon erlebt, dass du etwas getan hast und dann jemand dich nach dem Warum fragt.
Du erklärst es ihm, aber anstatt dass er sich bedankt und wieder seinen Angelegenheiten zuwendet, endet ihr in einer Auseinandersetzung.

Der Grund ist:
Der Fragesteller wollte in Wahrheit gar nicht wissen, warum du dies oder jenes getan hast, sondern er war darüber verärgert!
Die Beantwortung seiner Frage mit einer Begründung führt deshalb nirgendwohin, weil sie gar nicht die Antwort auf sein eigentliches Anliegen ist. Dieses Anliegen ist, in seinem Ärger gehört zu werden!

Wir können “Warum hast du … gemacht?” also übersetzen mit: “Ich bin sauer, weil du …. gemacht hast, und möchte gerne in meinem Ärger darüber von dir gehört werden!”

Wenn dir dieser Zusammenhang bewusst ist, kannst du endlose frustrierende Gesprächsverläufe und Auseinandersetzungen vermeiden, indem du auf den zugrunde liegenden Ärger eingehst.
Du kannst dich entspannen.
Halte dir eine wichtige Sache vor Augen: Du hast nichts falsch gemacht, nur weil du gemacht hast, was dir in dem Moment richtig erschien. Und deshalb musst du dich jetzt auch nicht verteidigen! 
Du brauchst nur eines tun: Dem anderen versichern, dass du seinen Ärger hörst und ihn ernst nimmst.
Ein Mittel dazu sind folgende Fragen: “Bist du sauer/ärgerst du dich, weil ich …. gemacht habe?” und “Hättest du es lieber gehabt, wenn ich … gemacht hätte?”

Nehmen wir ein konkretes Beispiel:
Sarah zu Klaus: “Warum hast du die Spülmaschine nicht leergeräumt????”
Klaus: “Ärgerst du dich deswegen?”
Sarah: “Ja!”
Klaus: “Wäre dir lieber gewesen, ich hätte sie leergeräumt?”
Sarah: “Ja! Dann hätte ich jetzt weniger Arbeit!”

2. “Ich will verstehen!”

Kommen wir zum nächsten Versteck für Ärger: Angebliches Verstehenwollen.
Dieses Verstehenwollen drückt sich oft so aus: “Ich verstehe nicht, wie du …. konntest!” oder “Ich würde wirklich gerne verstehen, warum der das gemacht hat!”

Mit diesem Verstehenwollen ist es genauso wie mit der Warum-Frage. Es geht nicht wirklich ums Verstehen, sondern darum, in seinem Ärger gehört zu werden.
Wenn jemand dir so etwas sagt, kannst du darauf die gleichen Fragen stellen wie oben bei dem “Warum?” beschrieben.

3. “Ich wundere mich!”

In (fast) allen Fällen, in denen jemand sagt, er wundere sich über etwas oder sei über etwas überrascht, und dabei ein ernstes Gesicht macht, ist Ärger im Spiel.
Ein gutes Beispiel ist ein Satz wie: “Ich bin überrascht, dass du nicht zu meinem Geburtstag kommst!”
Wenn da kein Ärger hintersteckt, fresse ich einen Besen! 😉

Warum ich mir da so sicher bin? Weil echte Überraschung sich anders ausdrückt!
Überlege einmal, welche Worte du verwendest und in welchem Tonfall und mit welcher Mimik du sprichst, wenn du wirklich überrascht bist.
Meistens werden die Augen groß, und du bekommst vielleicht erst einmal kein Wort heraus. Du sagst vielleicht nur: “Oh Mensch!” oder “Das ist ja toll!”.
Vielleicht sagst du auch “So eine Überraschung!”

Eine Überraschung wird in der überwiegenden Zahl der Fälle als etwas Positives empfunden:
Ein unerwarteter Besuch von einem lieben Menschen, eine unvorhergesehene Beförderung, ein Geschenk.
Natürlich gibt es auch negative Überraschungen, doch zum dazugehörigen Gefühl passt dann häufig besser ein Wort wie “Schock”, oder “Schreck”.

Aber bei “Ich bin überrascht, dass du….” geht es sehr wahrscheinlich wieder darum, dass jemand in seinem Ärger gehört werden will. Dabei hat er das Problem, sich entweder gar nicht bewusst zu sein, dass er ärgerlich ist, oder sich nicht zu trauen, es zuzugeben.

In beiden Fällen kannst du wieder die Fragen von oben ausprobieren.

(“Bist du sauer/ärgerst du dich, weil ich …. gemacht habe?” und
“Hättest du es lieber gehabt, wenn ich … gemacht hätte?”)

Wahrscheinlich bringst du damit nicht nur das Gespräch mit einem Schlag auf eine konstruktivere Ebene, sondern verschaffst dem anderen auch noch ein Aha-Erlebnis über sich selbst!

Ich bin gespannt zu hören, was du erlebst, wenn du “Warum hast du ….?”, “Ich verstehe nicht, wie du … konntest!” und “Ich wundere mich darüber, dass du…” ab jetzt mit anderen Ohren hörst.

Schreibe mir gerne deine Erfahrungen und dein Feedback unten in den Kommentaren.

Danke dir und viele Grüsse,

Kendra

P.S.:Hast du Freude an bewusster Kommunikation und möchtest gerne mehr in diese Richtung ausprobieren? Dann bist du herzlich eingeladen zu unserem Wochenendworkshop am 26. und 27. August 2017 in Basel.

An diesen zwei Tagen dreht sich alles um bewusste Kommunikation und Verbindung schaffendes Zuhören.
Wir werden die meiste Zeit praktische Übungen machen, damit du Erfahrungen für die Anwendung im Alltag mit nach Hause nehmen kannst.

Es wird der einzige Workshop dieser Art für dieses Jahr, und wir versprechen dir: Der weiteste Weg lohnt sich!

Lies hier die Workshopbeschreibung und finde heraus, ob diese zwei Tage für dich sind!

Und P.P.S.: Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke! Danke, wir schätzen deine Unterstützung!!!!

Wie geht das mit “den Christus im anderen sehen”?

Wie geht das mit “den Christus im anderen sehen”?

Machst du “Ein Kurs in Wundern” und fragst dich, was genau damit gemeint ist, “den Christus im anderen” zu sehen?

Bedeutet es, dass ich eines Morgens aufwache und mein Mann sieht nicht mehr aus wie mein Mann, sondern hat auf einmal lange dunkle Haare und ein wallendes weißes Gewand an?
Meine Kinder haben dunkle Locken und schauen mich aus sanften Jesusaugen schweigend an, anstatt in der Wohnung herumzurasen?
Meine Nachbarn haben alle etwas Morgenländisches an sich und grüßen mich plötzlich mit “Friede sei mit dir, geliebte Schwester!”?

Wer sich ein wenig mit dem Kurs auskennt, weiß, dass es nicht ganz so abläuft, sondern darum geht, die wahre göttliche Natur des Menschen zu erkennen.
Die Theorie lautet: So, wie wir geschaffen sind, sind wir gut. Unsere Essenz besteht aus Licht und Liebe.
Aber auf dieser Welt laufen wir alle sozusagen verkleidet herum. Über unser wirkliches Wesen haben wir Ego-Kostüme angezogen.
Wir verhalten uns so ganz und gar nicht wie Licht und Liebe und tun nach besten Kräften so, als ob wir mit dem ganzen göttlichen Kram nichts zu tun haben.

Was angefangen hat wie ein lustiges Spiel, ist insofern in die Hose gegangen, als wir uns nicht mehr daran erinnern können, dass es ein Spiel ist und wir auch wieder damit aufhören könnten.
Wir haben unsere wahre Identität vergessen und denken wirklich, wir wären die einer ziemlich durchgeknallten Welt ausgelieferte Persönlichkeit, deren Rolle wir angenommen haben.
Wir haben vergessen, dass das hier unser (kollektives) Theaterstück ist.

Diejenigen von uns, die mittlerweile die Nase von dem ganzen Mummenschanz voll haben, stehen nun vor der Aufgabe, wie sie das mit dem Erinnern hinbekommen.
Dieses Erinnern nennt der Kurs das “Erwachen aus dem Traum”.
Wir können uns gegenseitig bei diesem Erwachen helfen, wenn wir uns darauf konzentrieren, die jeweilige Verkleidung gegenseitig zu durchschauen. Wenn ich in der Lage bin, den göttlichen Ursprung im anderen wahrzunehmen, helfe ich damit ihm und mir beim Erwachen.
Das Durchschauen der Verkleidung wiederum nennt der Kurs “Vergebung”.

Das klingt soweit ja nachvollziehbar, oder?
Der schwierige Teil fängt aber jetzt erst an, nämlich mit der Frage: Wie mache ich das???
Wie zum Teufel kann ich etwas Göttliches, Liebevolles erkennen in dem Typen, der mir die Vorfahrt nimmt, dem Lehrer, der mein Kind ungerecht benotet hat oder im Finanzamt, das mir gerade ungerechtfertigterweise Geld abknöpfen will?

Der Kurs spricht hier davon, dass man den so genannten “Heiligen Geist, die “Stimme für Gott” in uns, bitten soll, die Wahrheit gezeigt zu bekommen. Genau. Es geht um einen Perspektivwechsel.

Leider fällt dieser Perspektivwechsel den meisten von uns nicht einfach. Es geht einfach nicht so “auf Knopfdruck”, die Welt und alle Menschen darin mit ganz anderen Augen zu sehen, vor allem, wenn man am Anfang gar nicht weiss, wonach man eigentlich Ausschau halten soll!

Zum Glück gibt es hier eine wunderbare, elegante Brücke, die leider von vielen Kursschülern missverstanden und deshalb nicht angewendet wird.
Worauf ich hinauswill, ist was Marshall Rosenberg mit seiner “Gewaltfreien Kommunikation” lehrte. Er hat ganz eindrücklich demonstriert, wie man sich zum guten Kern in jedem Menschen vorarbeiten kann, und zwar mit Hilfe seines Verständnisses von Empathie.

Was Empathie oder empathisches Zuhören ist und wie es geht, beschreibe ich detailliert in diesem Artikel.

Worum es mir hier geht, ist ganz klar zu machen, dass Empathie nichts damit zu hat, sich in irgendwelche menschlichen Niederungen herabzulassen und zu verirren.
Viele Menschen, die erwachen möchten, scheinen Angst davor zu haben, sich womöglich zu sehr auf das Menschliche einzulassen und damit noch mehr ihre göttliche Identität zu vergessen, an die sie sich doch so sehnlich erinnern möchten.
Damit einher geht oft ein Rückzug aus der Welt und von ihren Mitmenschen.

Ja, jeder von uns braucht Ruhe, Zeit zum Besinnen, Zeit für sich selber.
Doch wie uns der Kurs auch sagt, können wir nicht allein erwachen.
Wir brauchen dazu unsere Brüder und Schwestern, denn die spiegeln uns einerseits die Dinge an uns, die wir in uns noch zu heilen haben, doch sie bieten auch in jeder Begegnung die Chance, unsere wahre Identität ineinander zu erkennen.

Empathie hilft dabei, weil sie jedem Menschen bei allem, was er tut, eine lebensdienliche (= liebevolle) Absicht unterstellt. Sie sucht aktiv nach der Liebe, die als Antrieb hinter allem Verhalten steckt, auch wenn der Impuls sehr verzerrt rüberkommt.
Dies schafft sie, indem sie sich nicht auf das Verhalten fokussiert, sondern auf die Bedürfnisse, die der Mensch damit versucht hat zu erfüllen.
Jeder Mensch versucht nämlich bei allem, was er tut, Bedürfnisse zu erfüllen.
Diese können eigene Bedürfnisse sein oder die von anderen.

Das Problem sind dabei nicht die Bedürfnisse, sondern die Wege, die jemand zu ihrer Erfüllung beschreitet. Diese Wege können durchaus in die Kategorie “Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint” fallen, doch darum geht es nicht.
Nehmen wir einmal ein ganz krasses Beispiel: Diese Sache lässt sich sogar auf Selbstmordattentäter anwenden. Ein solcher mag als Antrieb für seine Tat Bedürfnisse haben wie Zugehörigkeit (er fühlt sich aus der Gesellschaft ausgeschlossen) oder Sicherheit (er sieht vielleicht sich und seine Familie in der Welt bedroht und denkt, wenn er genug Feinde umbringt, dann wird es für seine Angehörigen sicherer. Und er ist dann im Himmel und sowieso in Sicherheit).
Und an diesen Bedürfnissen ist nichts falsch.

Das bedeutet aber auch nicht, dass wir mit dem Verhalten einverstanden sind und es gut finden, nur weil wir empathisch sind!!!
Wir erkennen lediglich an, dass hinter jedem Verhalten ein nachvollziehbares Bedürfnis stecken muss. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wir graben solange, bis wir dieses Bedürfnis finden. Und wenn wir es gefunden haben, können wir sehen, dass dieser andere nicht durch und durch schlecht ist, sondern lediglich fehlgeleitet in seinem Weltbild und seinen Strategien.

Mehr noch: Da Bedürfnisse universell sind und für alle Menschen gelten, können wir sehen, dass wir uns gar nicht so sehr voneinander unterscheiden, wie wir immer denken. Der Unterschied zwischen einem Menschen, der einen anderen umbringt, und einem anderen, der niemanden umbringt, liegt nicht in den Bedürfnissen.
Jeder von uns will Sicherheit, Gemeinschaft, Hilfe, Zugehörigkeit, Wertschätzung, Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Nur jeder verfolgt seine Bedürfnisse auf unterschiedliche Weise.

Zu erkennen, dass wir uns in diesem wesentlichen Punkt, der unser Menschsein ausmacht, alle gleich sind, hilft uns die Einheit spürbar werden zu lassen, von der beim Erwachen ja auch immer die Rede ist.
Und zu merken, dass jeder aus Bedürfnissen heraus handelt, hat echte Durchschlagskraft. Damit wird klar, dass jeder von uns von einer Kraft beseelt ist, die zum Leben beitragen will.
Könnte es vielleicht doch stimmen, dass wir tief drinnen von Liebe bewegt werden?

Und damit haben wir die Verkleidung durchschaut.

Bedürfnisse sind übrigens kein Hindernis auf dem spirituellen Weg, sondern können dir wertvolle Dienste beim Erwachen leisten. (Lies hier, wie!)

Ich hoffe ich konnte dich mit diesem Artikel ein wenig neugierig auf Empathie machen, denn ich empfinde sie als so eine große Hilfe und bin sooooo dankbar, sie bei Marshall Rosenberg erlebt zu haben, dass ich einfach der ganzen Welt davon erzählen will!

Ganz definitiv steht sie nicht im Widerspruch zum Willen, zu erwachen, im Gegenteil. Mir ist sie ein unersetzliches Hilfsmittel geworden, um zu sehen, was hinter dem Ego eines Menschen wirklich los ist.

Vielleicht möchtest du auch folgendes zu diesem Thema lesen: Macht empathisches Zuhören eine Geschichte wahr?

Es würde mich freuen, zu hören, was in dir lebendig ist, jetzt wo du gerade diesen Artikel gelesen hast.
Und: Ich bin mir bewusst, dass mir nicht jeder in allem folgen kann, da nicht alle meine Leser denselben Hintergrund mit Ein Kurs in Wundern oder Gewaltfreier Kommunikation haben.
Deshalb stelle gerne Fragen, wenn du welche hast – ich habe Spaß daran, sie zu beantworten!
Am liebsten wäre mir unten im Kommentarbereich, damit auch andere Leser davon profitieren können.

Vielen herzlichen Dank!

Kendra

Noch etwas: Den Christus in einander durch Empathie zu erkennen, üben wir an unserem Wochenendworkshop am 26. und 27. August 2017 in Basel.

Würdest du gerne erfahren, wie das ist?

Dann lies hier die Workshopbeschreibung und finde heraus, ob diese zwei Tage für dich sind!

P.S.: Wenn du diesen Artikel hilfreich findest, dann teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke! Danke! <3

Warum deine Bedürfnisse und deine Spiritualität sich nicht widersprechen

Warum deine Bedürfnisse und deine Spiritualität sich nicht widersprechen

“Bedürfnisse kommen vom Ego.”
“Bedürfnisse sind das Resultat eines Mangeldenkens. Mangeldenken führt aber in die falsche Richtung.”
“Wer wahrhaft erwacht ist, hat keine Bedürfnisse mehr.”

Solche und ähnliche Aussagen hören wir oft, wenn es um die Frage geht, ob Bedürfnisse zu einem spirituellen Weg dazugehören.

Im Allgemeinen scheint das Thema eine recht explosive Ladung zu besitzen. Wir könnten uns entscheiden, es deshalb zu vermeiden. Doch gerade darin, sich nicht mit Bedürfnissen (wie auch mit Gefühlen) auseinanderzusetzen, liegt eine große Gefahr für unseren spirituellen Fortschritt.

Also wie ist das denn nun wirklich mit den Bedürfnissen, und gibt es einen “spirituell korrekten” Umgang damit?

Zunächst möchte ich dich einladen, dir einen Moment lang zu überlegen, was du mit dem Begriff “Bedürfnisse” assoziierst.
(Noch zur Klarstellung: Mit Bedürfnissen meine allgemeine menschliche Bedürfnisse wie Essen, Obdach, Gemeinschaft, Unterstützung, Zugehörigkeit, gehört werden. Ich spreche nicht von Strategien wie Schokolade, Rauchen, Fernsehen oder Reisen. 😉 )

Was ist deine erste Reaktion?
Empfindest du Bedürfnisse als etwas Positives oder etwas Negatives?
Und welche Bilder oder Begriffe tauchen für dich in dem Zusammenhang auf?

Für die meisten Menschen sind Bedürfnisse etwas Negatives. Bedürfnisse werden mit Schwäche und mangelnder Reife verbunden. Es herrscht das Bild vor, dass Bedürfnisse etwas sind, aus dem man herauswächst oder zumindest herauswachsen sollte.
Zumindest stören Bedürfnisse den Betrieb! Im Alltag sollen wir funktionieren, und wir haben die Befürchtung, dass wir dazu nicht mehr in der Lage sind, wenn wir unseren Bedürfnissen nachgeben. Würden wir zum Beispiel unseren Job überhaupt noch geregelt bekommen? Würden wir nicht den ganzen Tag schlafen oder faul in der Hängematte liegen?

Ich persönlich glaube, dass das Misstrauen gegenüber Bedürfnissen tief in unserer Kultur verankert ist und gar nicht originär mit der Spiritualität zu tun hat, sondern in die Spiritualität mit hineingenommen wurde.

Und so herrscht auch im spirituellen Kontext das Bild von den störenden Bedürfnissen, die der Verbindung mit Gott und dem Erwachen im Weg stehen, weil sie einen auf der menschlichen Ebene festhalten oder so etwas.

Das klingt zunächst ja auch völlig logisch.
Doch es hat einen Haken: Wir schaffen damit eine Spaltung, eine Trennung.

Und jede Form von Spaltung und Trennung läuft dem Erwachen zuwider, denn Erwachen hat mit der Erkenntnis zu tun, dass es keine Trennung gibt!

Auf Bedürfnisse bezogen bedeutet das: Wenn wir Bedürfnisse für ein Problem halten, werden wir ihnen gegenüber eine ablehnende Haltung einnehmen. Das heisst wiederum, dass wir einem Teil von uns selbst gegenüber eine ablehnende Haltung einnehmen. Der Teil, der da Bedürfnisse hat, wird als “falsch” angesehen, als etwas, das sich ändern oder gehen muss!
Und voilá, schon haben wir die Trennung in uns selbst vollzogen!

Wie sollen wir so uns selbst als die allumfassende, bedingungslose Liebe erfahren, die wir sind, wenn wir bestimmte Dinge in uns nicht lieben, sondern loswerden wollen?

Eben.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum es nicht nötig und sogar von Nachteil ist, Bedürfnisse über Bord werfen zu wollen.

Dazu machen wir einen kurzen Abstecher zur Definition von “Ego”.
Das Ego ist eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Die Realität des Universums/ Gottes ist Liebe.
(Auf die Frage, warum es dann in unserer Welt so vieles gibt, was nicht nach Liebe aussieht, gehe ich an anderer Stelle ein.)
Gott kann nichts anderes sein als Liebe, denn sonst würde er sich irgendwann selbst zerstören. Liebe baut auf, das Gegenteil von Liebe nimmt auseinander. Gott kann nicht beide Eigenschaften in sich haben, das würde nicht funktionieren.

Das Ego hat aus sich selbst heraus keine Macht. Es hat keine Substanz. Es ist nur ein Versuch, die Realität zu verbiegen, ein Theaterspiel, ein So-tun-als-ob es wirklich das Böse gäbe.
Alles, was ist, kommt von Gott- direkt oder indirekt. Es kommt nichts vom Ego. Das Ego kann nur Dinge, die von Gott kommen, nehmen und sie maskieren.

Warum ist das relevant für Bedürfnisse? Nun, weil es bedeutet, das Bedürfnisse nicht vom Ego kommen können. Sie können nur vom Ego benutzt und falsch interpretiert werden. Und genau das passiert in unserer Welt, so haben wir es beigebracht bekommen.

Drehen wir die bisherige Logik, nach der Bedürfnisse schlecht sind, doch einfach einmal um und verbinden sie mit spiritueller Logik.

Alles kommt von Gott = auch Bedürfnisse kommen von Gott bzw. in dieser Welt stecken hinter Bedürfnissen letztlich göttliche Impulse.
Das Ego verzerrt das, was von Gott kommt = das Ego verurteilt Bedürfnisse als schlecht und betrachtet sie als Ausdruck von Mangel.
Die Wahrheit kann nur das Gegenteil sein: Bedürfnisse sind ein Fülle-Impuls.

Wenn wir Bedürfnisse so betrachten, dass uns etwas fehlt, was wir uns dann um jeden Preis irgendwie im Außen beschaffen müssen, dann sind wir im Ego und im destruktiven Umgang mit Bedürfnissen. Dann suchen wir die Erfüllung außerhalb von uns und ruinieren durch unsere fordernde Art unsere Beziehungen.

Doch wenn wir Bedürfnisse als Impuls betrachten, eine Form von Liebe in die Welt zu bringen, dann sind sie eine nährende Kraft, die das Leben für alle schöner macht.

Ein Beispiel: Ich nehme in einer Situation wahr, dass ich ein Bedürfnis nach Wertschätzung habe. Nach dem Ego-Paradigma würde ich das Bedürfnis einerseits peinlich finden, doch gleichzeitig (meistens unbewusst) versuchen, andere Menschen dazu zu bringen, mir Wertschätzung zu zeigen. Und würde den anderen mit meiner Bedürftigkeit auf den Keks gehen und wäre gleichzeitig ganz oft frustriert, weil ich überall einen Mangel an Wertschätzung wahrnehme.

Im Paradigma der Fülle würde ich sehen: Oh, diese Situation wäre mit Wertschätzung schöner! Wertschätzung ist die Form, in der die Liebe hier gute Dienste leisten könnte! Da ich das merke, muss der Wunsch, Wertschätzung zu geben, in mir sein! Wie kann ich mir selbst und anderen Menschen Wertschätzung ausdrücken?

Wenn ich dann anfange, mir selber zu sagen, was ich an mir schätze, und den Menschen um mich herum sage, was ich an ihnen schätze, dann beginnt die Liebe in mir zu fließen und ich kann mich selber als Liebe erleben. Als eine Bereicherung, als ein Geschenk an die Welt und meine Mitmenschen.

Auf diese Weise wird ein Bedürfnis, das ich wahrnehme und auf das ich mit Liebe antworte, zu einer direkten Erfahrung der Liebe und der Einheit! Ein Schritt in genau die Erfahrung, die wir mit dem Erwachen anstreben, oder?
Es spielt dabei keine Rolle, ob ich das Bedürfnis bei mir oder bei einem anderen Menschen wahrnehme.
Es gibt keine Trennung. Wir sind alle eins :-).

Ich würde mich freuen, wenn ich dir mit dieser Beschreibung Lust auf deine Bedürfnisse gemacht habe. Lust darauf, der Welt und damit dir selbst deine Liebe zu schenken.

Da ist so eine Ahnung in mir, dass das Leben dadurch schöner wird. Viel, viel schöner!

Danke fürs Lesen. Was brauchst du heute? 🙂

Kendra

P.S.: Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke. Vielen herzlichen Dank – wir können es brauchen! 😉

P.P.S.: Hast du schon von unserem nächsten Workshop gehört? Es geht um die heilende Wirkung von Zuhören am 26./27. August in Basel. Schau doch mal hier, ob das was für dich ist!

Bist du nach Gesprächen oft irgendwie unzufrieden?

Bist du nach Gesprächen oft irgendwie unzufrieden?

Kennst du das auch?

– Du bist in einer Unterhaltung, aber fängst plötzlich an, dich zu langweilen
– Du fühlst dich während eines Gesprächs oder danach angespannt und frustriert, aber findest keinen “echten” Grund dafür
– Du findest Gespräche anstrengend und Energie raubend

Free-Photos/pixabay

Viel zu viele Gespräche in unserer Kultur verlaufen frustrierend. Sie führen zu Unzufriedenheit und innerer Distanzierung, auch wenn es gar keinen akuten Streit oder eine Meinungsverschiedenheit gibt.
Aber sind Gespräche nicht eigentlich dazu da, Nähe, Verständnis, Austausch und Freude zu bringen? Wie um Himmels willen schaffen wir, das das Gegenteil dabei herauskommt?

Die Antwort liegt auf der Hand, wenn wir
1. das Hauptbedürfnis erkennen, das durch Gespräche erfüllt werden soll, und
2. überprüfen, ob unsere “normale” Art, Gespräche zu führen, diesem Bedürfnis überhaupt eine Chance gibt.

Fangen wir also mit dem Hauptbedürfnis an. (Lies außerdem hier, warum Bedürfnisse und Spiritualität sich nicht ausschließen.) Dieses Bedürfnis ist nichts Mysteriöses, schwer zu Erkennendes, sondern Gottseidank ganz simpel:
Gehört werden.

In fast allen Fällen, in denen ein Mensch redet, möchte er gehört werden. Und: Den meisten Menschen ist dies nicht bewusst. Sie wissen nicht, um was es ihnen wirklich geht, wenn sie etwas erzählen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn diese simple Weisheit wird in unserer Gesellschaft nicht gelehrt!

Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, dann schleichen sich Anspannung, Frustration, Verzweiflung oder regelrechter Ärger ein. Da oft nicht erkannt wird, was die Ursache für diese Gefühle ist – das Nicht-gehört-Sein – suchen wir den Grund dann woanders und regen uns zum Beispiel über das auf, was der andere gesagt hat.

Hier ein Beispiel, damit sich das besser nachvollziehen lässt:

A: “Gestern hatte ich so einen Scheisstag! Mein Chef war die ganze Zeit nur am Meckern!”
(Hat das Bedürfnis, gehört zu werden)
B: “Oh, du solltest aber auch endlich deine Stelle kündigen!” (B ist nicht auf dieses Bedürfnis eingegangen, sondern hat einen Ratschlag erteilt)
A fühlt sich nach dem, was B gesagt hat, frustriert, weiss aber nicht so recht, wieso. Als er nach Hause kommt, beschwert er sich bei seiner Frau über B: “B hat vielleicht krasse Ansichten! Er sagt, ich soll kündigen! Das ist doch total bescheuert!”

Dieser Dialog zeigt ein typisches Reaktionsmuster unserer Gesellschaft, das am Hauptbedürfnis in Gesprächen vorbeigeht:
Ratschläge erteilen. Wenn jemand ein Problem schildert, sagen wir ihm, was er tun “sollte”.
Andere typische Muster sind Herunterspielen “Aber das ist doch nicht so schlimm – jeder hat einmal einen schlechten Tag!” oder von uns selbst reden: “Oh, das kenne ich! Mein Chef war letzte Woche auch wieder so!”

In jedem Fall wird derjenige, der eigentlich gehört werden wollte, frustriert!
Und es ist nicht so leicht, diesen Frust zu erkennen, da die ganzen Antwortmuster, die das Gehört werden verhindern, so üblich sind. Alle machen es so. Die ganze Zeit. Oder fast die ganze Zeit ;-). So haben wir gar keine Chance, zu erleben, wie es wäre, richtig gehört zu werden.

“Gehört werden” ist dabei im Grunde ganz einfach zu erfüllen. Alles, was es dazu braucht, ist in ein oder zwei Sätzen wiederzugeben, was der andere gesagt hat.
Wichtig ist dabei sind 2 Dinge:
1. Man muss zum GEFÜHL des Sprechers einen Bezug eingehen bzw. dazu, wie es ihm mit der Sache geht.
2. Man muss ihn danach FRAGEN.
Das mit dem Fragen ist wichtig, weil niemand gerne von außen gesagt bekommt, wie er sich fühlt bzw. was in ihm vorgeht. Jeder möchte gerne über sein Innenleben die Deutungshoheit behalten. Das bleibt gewahrt, wenn wir nicht diagnoseartig feststellen, sondern fragen.
Also nicht: “Du bist aufgebracht!”, sondern “Du bist ganz aufgebracht, richtig?”

(Probiere es aus: Ein sehr schneller und sicherer Weg, jemanden zur Weißglut zu bringen, ist, ihm von außen zu sagen, was er fühlt und was ihn ihm vorgeht und seine tatsächlichen Gefühle nicht gelten zu lassen. 😉 )

B hätte in unserem Fall zum Beispiel zu A sagen können:
“Oh, dein Chef hat den ganzen Tag gemeckert! Das war bestimmt sehr schwer auszuhalten!”
oder
“Wenn dein Chef meckert, stresst dich das ganz gewaltig, kann das sein?”

Mit dem gehört werden ist es genauso wie mit dem gelobt werden (lies hier den Artikel dazu). Wenn das Bedürfnis nicht erfüllt wird, haben irgendwie ein ungutes Gefühl, aber wissen nicht genau wieso, und denken im Zweifelsfall, mit uns sei etwas nicht richtig.
Dieser Gedanke, dass mit einem etwas nicht richtig ist, kann dabei auch die Tarnung annehmen von “Ich habe da noch ein Thema zu heilen”.

Dabei ist es ganz einfach so: Für alle Menschen auf der Welt ist es frustrierend, nicht gehört zu werden.

Gehört zu werden führt innerhalb von Minuten zu Entspannung,  Verbundenheit und dem herrlichen Gefühl, das mit einem alles in Ordnung ist.
Selbstliebeturbobeschleuniger.

Es ist also völlig normal und menschlich, gehört werden zu wollen, und der Ausweg ist nicht, sich dieses Bedürfnis abzutrainieren oder “wegzutransformieren” (ich bin jetzt mal ein bisschen gemein 😉 ), sondern dafür zu sorgen, dass es Erfüllung findet – weil da alle etwas von haben, nicht nur du!!!
Ich meine damit nicht, dass wir das gehört werden nun auf penetrante und nervtötende Weise von unserer Umgebung einfordern sollen, sondern es geht mir um den bewussten und liebevollen Umgang damit.

Wenn ich erkenne, dass ich gerade gehört werden will, dann ist es meine Aufgabe, mich darum zu kümmern, dass ich es bekomme. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Ich kann es selber geben, indem ich mir innerlich sage: “Wenn dein Chef meckert, bist du gestresst! Ich höre dich! Du bist gestresst! Das ist ok!”
2. Ich kann eine andere Person gezielt bitten, mir zuzuhören und wiederzugeben, was ich gesagt habe.

Darüber hinaus kann ich selber dafür sorgen, dass mehr Zuhören in die Welt kommt und Gespräche wieder mehr Spaß machen und erfüllender werden.
Das tue ich, indem ich für mein Gegenüber in Gesprächen öfter wiederhole, was ich sie oder ihn habe sagen hören und nach ihren oder seinen Gefühlen frage.

Vielleicht gibt es nun den oder oder anderen hier, der immer noch fragt: “Aber Bedürfnisse sind doch unreif/ unspirituell …. sollte ich das nicht irgendwie hinter mir lassen können?”

Meine Antwort darauf wäre: “Warum willst du es hinter dir lassen?”

Was ist, wenn der Sinn und Zweck unseres Lebens Beziehung wäre? Wenn es das Einzige wäre, was es zu “tun” gäbe, das Wesentliche, worauf es ankommt? Sagen Sterbende nicht, sie wünschten, sie hätten mehr Zeit mit ihren Liebsten verbracht?

Dann wäre es ganz fatal, sich dieses Bedürfnis abzugewöhnen, denn dieses Bedürfnis sorgt ganz genial dafür, dass wir immer wieder in Beziehung treten. Weil es sich gut anfühlt. Weil es glücklich macht. Weil wir als Gemeinschaftswesen gestrickt sind und nicht anders können.

Und, ganz wichtig:
Jedes Mal, wenn du mit jemandem in Beziehung gehst, machst du diesem Jemand ein Geschenk. Denn nicht nur du hast ein Bedürfnis nach Beziehung, sondern alle anderen auch. Wirklich zuhören fühlt sich genauso gut an, wie wirklich gehört werden.

Deshalb: trau dich! <3

Würdest du gerne die glücklich machende und heilende Wirkung von Zuhören erfahren und selber besser lernen?

Dann bist du herzlich eingeladen zu unserem Wochenendworkshop am 26. und 27. August 2017 in Basel.

An diesen zwei Tagen dreht sich alles um bewusste Kommunikation und Verbindung schaffendes Zuhören.
Wir werden die meiste Zeit praktische Übungen machen, damit du Erfahrungen für die Anwendung im Alltag mit nach Hause nehmen kannst.

Es wird der einzige Workshop dieser Art für dieses Jahr, und wir versprechen dir: Der weiteste Weg lohnt sich!

Lies hier die Workshopbeschreibung und finde heraus, ob diese zwei Tage für dich sind!

So oder so freue ich mich, wenn dir dieser Artikel ein paar Impulse geben konnte, um deine Gespräche ab jetzt erfüllender zu gestalten und dich selbst mehr zu lieben.

Danke fürs Lesen und bis bald!

Kendra

P.S.: Wenn du diesen Artikel hilfreich findest, dann teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke! Danke! <3

Bewirken Komplimente Trennung?

Bewirken Komplimente Trennung?

Letzte Woche beim Abschlussretreat unserer Online-Jahresgruppe von 2016/2017:

Wir machten eine Übung, bei der wir nachspürten, wie sich verschiedene Formen von Lob, Wertschätzung und positivem Feedback für uns anfühlen. Ich liege wohl nicht falsch, wenn ich sage, dass das Ergebnis für viele unerwartet war und einiges innerlich und äußerlich in Bewegung gebracht hat ;-), und ich möchte dich einladen, nachträglich mitzumachen.

Doch der Reihe nach:

Wir hatten zunächst in der Gruppe Sätze gesammelt, die wir sagen, wenn wir Lob, Wertschätzung und positives Feedback ausdrücken möchten.

Bildquelle: fotoerich/ pixabay

Am Ende fanden sich auf unserer kollektiven Liste Dinge wie zum Beispiel:
– “Das hast du gut gemacht!”
– “Du bist wunderbar!”
– “Ich finde dich toll!”
– “Du siehst schön aus!”
– “Das ist großartig!”

Dann ging es in Partnerarbeit daran, sich gegenseitig diese Sätze zu sagen und darauf zu achten, was sie mit einem machen.
Wie fühlt es sich genau an, wenn ich diese Worte zu hören bekomme, und wie, wenn ich sie selber sage?
Fühle ich mich der anderen Person näher oder weiter entfernt?
Geht es in mir auf oder zu?
Entspanne ich mich oder spüre ich Stress?

Im zweiten Teil der Übung ging es dann darum, hineinzuspüren, wie es ist, wenn ich mein Feedback nach dem Muster: “Wenn du … machst, fühle ich …” formuliere.
Also zum Beispiel: “Wenn du mich anlächelst, wird mir warm ums Herz”, “Wenn du mir von deiner Chinareise erzählst, werde ich ganz aufgeregt und bekomme selber wieder Lust zu reisen” oder “Wenn ich dich singen höre, bin ich so berührt, dass mir die Tränen kommen!”

Zum Schluss tauschten wir uns in der großen Runde darüber aus, was wir erlebt und herausgefunden hatten.

Ich möchte dir an dieser Stelle nicht die Freude an der eigenen Entdeckung nehmen, wenn du die Übung selber für dich oder mit jemandem zusammen machen möchtest, deshalb verrate ich nicht alles, was dabei herausgekommen ist ;-).

Doch eine wichtige Sache stach für mich heraus, und die will ich gerne mitteilen.

Eine Teilnehmerin erzählte, ihr Übungspartner hätte im ersten Teil zu ihr gesagt: “Deine Frisur sieht heute gut aus!” Ihr Gefühl daraufhin sei eine Unsicherheit gewesen, und sie hätte das Kompliment “nicht nehmen” können. Ihr waren Gedanken gekommen wie “Was genau meinst du?” und “Ah, meine Frisur sieht also heute gut aus – und sonst???!!!!”

Sie hatte also etwas Unangenehmes wahrgenommen, als sie den Satz über ihre Frisur hörte.
Und was ich spannend fand war, dass sie dies sich selbst zuschrieb, als sei es ihr “Unvermögen”, ein Kompliment anzunehmen. Dabei hatten alle im Raum während der Übung ähnliches entdeckt.

Tatsächlich lösen Komplimente oft Stress und Verwirrung aus, wenn sie in dieser Form ausgedrückt werden.
Dieser Stress ist nicht nur ein subjektives Gefühl, und man liegt damit auch nicht falsch!

Und diese Dynamik ist in zweierlei Hinsicht tragisch:
Erstens, weil der Absender ja in der Regel eine liebevolle Absicht hat, die für den Empfänger aber nicht fühlbar wird, und zweitens, weil der Empfänger sich innerlich schachmatt gesetzt fühlt.
Wenn er bei sich Unsicherheit oder Anspannung wahrnimmt, schreibt er es sich selber zu und traut sich nicht, es anzusprechen, denn der andere hatte ja eine gute Absicht und man will ihn ja nicht verletzen.
Also hält der Empfänger lieber den Mund und macht die Sache mit sich selber aus, was aber eine innere Distanzierung vom anderen mit sich bringt. Auch wenn sie klein ist.

So führt dann das, was eigentlich dazu gedacht war, mehr Nähe und Verbindung herzustellen, ungewollt zu mehr innerer Distanz.

Das Ganze ändert sich hingegen sofort, wenn der Absender hinzufügt, was er fühlt. So könnte man in Bezug auf jemandes Frisur zum Beispiel sagen: “Ich habe große Freude daran, deine Frisur anzusehen, mir gefällt, wie deine Haare sich im Wind bewegen, da fühle ich mich 10 Jahre jünger!”

Dadurch wird man selber für den Adressaten fühlbar, und anstatt Unsicherheit und Verwirrung spürt er Nähe.

OK, jetzt habe ich doch schon eine ganze Menge verraten.

Der springende Punkt, auf den ich hinauswill, ist aber folgender:
Du kannst dich auf dein Gefühl verlassen.

Wenn du etwas Unklares, Stress und Distanz verursachendes wahrnimmst, dann darfst du dir selber trauen. Es ist alles in Ordnung mit deiner Wahrnehmung.
Und du musst es dabei nicht belassen, sondern du kannst nachfragen. Wenn jemand zum Beispiel zu dir sagt: “Du siehst heute aber toll aus!”, könntest du fragen: “Was genau an mir siehst du gerne an?”, “Und was fühlst du dabei? Geht dein Herz auf? Wird dir warm? Bist du energetisiert?”

Spüre in dich hinein, was du wissen möchtest, und lass den anderen nicht so leicht vom Haken.

Du machst damit nicht nur dir selbst ein Geschenk, sondern auch dem anderen. Auch er wird die Nähe, die durch deine Frage entsteht, genießen.

Denn die Nähe zu dir als Mensch macht glücklich 🙂

Hast du Spaß an dieser Art von Übungen und möchtest gerne mehr in diese Richtung ausprobieren und lernen? Dann bist du herzlich eingeladen zu unserem Wochenendworkshop am 26. und 27. August 2017 in Basel.

An diesen zwei Tagen dreht sich alles um bewusste Kommunikation und Verbindung schaffendes Zuhören.
Wir werden die meiste Zeit praktische Übungen machen, damit du Erfahrungen für die Anwendung im Alltag mit nach Hause nehmen kannst.

Es wird der einzige Workshop dieser Art für dieses Jahr, und wir versprechen dir: Der weiteste Weg lohnt sich!

Lies hier die Workshopbeschreibung und finde heraus, ob diese zwei Tage für dich sind!

Danke fürs Lesen und ein schönes Wochenende!

Kendra

P.S.: Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann empfehle ich doch bitte weiter! Danke, wir schätzen deine Unterstützung!!!!

So verhinderst du erfolgreich eine Heilige Beziehung

So verhinderst du erfolgreich eine Heilige Beziehung

Eine Heilige Beziehung, wie sie “Ein Kurs in Wundern” definiert, ist eine wunderschöne Beziehung der Heilung und eine Hilfe beim Erwachen.
Man ist sich nah, ist füreinander da und erinnert sich gegenseitig an sein wahres, göttliches Selbst.

Aber so etwas will natürlich nicht jeder.
Zuviel Nähe zum Beispiel ist ja nicht jedermanns Sache. Und füreinander da sein – das ist doch auch nichts weiter als romantischer, unrealistischer Kitsch.

Und Erwachen erst!
Soll ziemlich unheimlich sein,
so von wegen die Persönlichkeit ist auf einmal weg und man löst sich ganz in Licht und Liebe auf. Nein danke!

Das klingt doch nun wirklich mehr als suspekt!

Wenn ich es mir recht überlege, ist so eine Heilige Beziehung wahrscheinlich regelrecht gefährlich! Ein Killer! Von wegen “Heilig”!

Da sollte man doch lieber auf Nummer sicher gehen und um so etwas einen großen Bogen machen.
Oder am besten aktiv vorbeugen, damit sich nicht aus Versehen eine Beziehung heimlich in eine Heilige Beziehung verwandelt und man dann erwacht, obwohl man es gar nicht wollte!

Deshalb haben wir dir fünf idiotensichere Punkte aufgeschrieben, mit denen du jeden Versuch einer Heiligen Beziehung, sich in dein Leben einzuschleichen, erfolgreich vereiteln kannst!

1. Meide andere Menschen, wo es nur geht:
Die sicherste Methode, um Beziehungen zu verhindern, ist, Menschen aus dem Weg zu gehen. Schließ dich zuhause ein und gehe nur noch vor die Tür, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt. Verlasse am besten auch alle sozialen Netzwerke im Internet. Dies verhindert auch, dass man allzuviele Vergebungslektionen hat.

Leider lassen sich ja nicht alle Beziehungen vermeiden. Vielleicht gehörst du zu den bedauernswerten Menschen mit Freunden, Partner oder Partnerin oder gar Familie!
Dann hast du es natürlich besonders schwer. Unser Mitleid ist dir gewiss.
Du musst allerdings nicht verzweifeln, denn auch für dich gibt es Auswege:

2. Finde Fehler in anderen:
Ein ganz wichtiger Punkt für deinen Erfolg. Du musst in allen Menschen in deinem Leben Fehler sehen. Viele Fehler.
Zum Beispiel: Deine Freunde zu aufdringlich. Deine Frau zu geschwätzig. Dein Mann zu unordentlich. Deine Kinder zu laut. Oder zu süß. Dein Chef zu autoritär. Dein Hund zu hundig.
Wir empfehlen dir, jeden Abend vor dem Schlafengehen eine lange Liste mit den Fehlern aller Menschen, die du kennst, aufzuschreiben.

3. Gib anderen die Verantwortung für dein Befinden:
Wenn es dir schlecht geht, dann musst du schnell jemandem die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben! Unbedingt!
Ach ja, die Vorbedingung dazu ist natürlich, dass es dir schlecht geht. Sieh das Leben also so schwarz du kannst, und hege und pflege deine negativen Gefühle. Dann hast du immer reichlich Material, um Zusammenhänge zwischen deinem miesen Befinden und dem Verhalten der Menschen um dich herum zu fingieren.
Zum Beispiel: “Ich bin genervt, weil du willst, dass ich mit dir ins Kino gehe!”
Und nicht vergessen: Diese Zusammenhänge musst du natürlich auch großzügig kommunizieren. Spare auf gar keinen Fall mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen!

4. Unterstelle anderen immer die schlimmstmögliche Absicht und werte jedes Verhalten als Angriff
Du wirst überrascht sein, wie schnell dich die konsequente Anwendung dieser Strategie von anderen Menschen wegbringt!
Wenn deine Frau den Abwasch vergisst, zum Beispiel, darfst du keine mildernden Umstände geltend machen. Du musst ihr Versehen als einhundertprozentig gegen dich betrachten und ihr dies umgehend und lautstark mitteilen.
Besonders gut kommt es, wenn noch daraus noch einen allgemeinen, unbehebbaren Charakterfehler strickst: “Du blöde Kuh, du hast mit Absicht die dreckigen Teller nicht abgespült! Es ist dir doch vollkommen egal, wie es mir geht! Nie nimmst du Rücksicht auf mich!”

5. Verstelle dich und zeige nie deine wahren Gefühle
Wahre Gefühle zu zeigen erzeugt Nähe. Nähe musst du aber um jeden Preis vermeiden. Biete deshalb nie auch nur den kleinsten Hinweis auf das, was du wirklich fühlst – nicht einmal dir selbst. Verstelle dich und heuchele Freundlichkeit und Nettigkeit, vor allem, wenn dir gar nicht danach ist.
(Natürlich nicht, wenn sich gerade eine gute Gelegenheit für Vorwürfe bietet, das versteht sich von selbst!) Sehr gut!

Durch Beachtung dieser fünf Punkte solltest du jede Heilige Beziehung problemlos im Keim ersticken können.

Wir hoffen sehr, dass wir dir helfen konnten, dein Leiden in dieser Welt noch eine Weile verlässlich zu zementieren und das Erwachen abzuwehren.

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Noch eine Sache zum Thema “Heilige Beziehung”: In wenigen Tagen (am 1. Mai) fängt unsere kostenlose Online-KURSkonferenz darüber an!

Diese Konferenz ist wahrscheinlich nichts für dich, weil sie sich mehr an die hoffnungslosen Fälle richtet, die immer noch erwachen wollen ;-).
Falls du dich dennoch angesprochen fühlst, melde dich am besten gleich noch an!

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