Vom Ärgernis zur Inspiration – was beim Vergeben Verrücktes passieren kann

Vom Ärgernis zur Inspiration – was beim Vergeben Verrücktes passieren kann

Heute morgen sah es ganz so aus, als würde es ein besonders ätzender Tag werden. Ich war müde und meine Kleine auch – sie war permanent am Jammern. Meine Nerven lagen blank. Mein Mann und ich gerieten aneinander.

Und dann wurde es noch schlimmer. Ich bekam eine Email von einem Vertreter der Gemeinde. Bürokratie in Höchstform.

Das Ganze war völlig absurd. Aus der Nachbarschaft hatte es eine Beschwerde gegeben, dass unser am Straßenrand geparktes Auto die Zufahrt zu den Besucherparkplätzen des Nachbarhauses blockieren würde.
Dabei hatten wir es wohlweislich extra gegenüber von einigen Mülltonnen geparkt, und nicht gegenüber von irgendwelchen Parkplätzen, da wir – ganz genau – niemanden behindern wollten.

Nun hatten wir die Aufforderung erhalten, unser Auto umzuparken, da so, wie es jetzt dort stünde, die Nutzung der Parkplätze nicht mehr möglich sei.
Echt jetzt???
Wir konnten weder den Sachverhalt nachvollziehen, noch dass ernsthaft jemand wegen so etwas eine Meldung gemacht hatte. Kurzzeitig überlegten wir, ein Foto zu machen und die Sache spaßeshalber auf Facebook zu posten.
Man hätte uns ja auch einfach darauf ansprechen und freundlich bitten können, das Auto woanders abzustellen. Aber nein, nun war es eine hochoffizielle Angelegenheit.
(Das sind so Augenblicke, wo ich dann gleich auch noch an der Menschheit verzweifele.)

Zur Kenntnis genommen. Die Sache landete, da wie gesagt eine tatsächliche Beeinträchtigung irgendeines Einparkerlebnisses von irgendeinem potentiellen Besucher des Nachbarhauses nicht gegeben war (und von den fünf Parkplätzen ungefähr einer einmal die Woche benutzt wird), auf meiner Prioritätenliste unter “erledigen – am besten morgen nach dem Einkaufen”, aber nicht unter “sofort alles dafür stehen und liegen lassen”.

Fehler.

Heute Morgen um acht bekam ich die nächste Email, in der mir eine Frist bis zehn Uhr gesetzt wurde, das Auto umzuparken, ansonsten würden weitere Maßnahmen folgen.
Interessant – der Absender setzt anscheinend voraus, dass brave Bürger schon vor morgens um zehn Uhr mindestens einmal ihren Emaileingang kontrolliert haben.

Ich bin schier explodiert.

Meine Geschichte war: Vor 4 Monaten hatte ich mich an dieselbe Behörde, an denselben Menschen gewandt, mit einem ECHTEN, DRINGENDEN Problem. Er sagte, er könne mir nicht helfen, verwies auf bürokratische, für mich nicht nachvollziehbare Gründe, und machte einen Lösungsvorschlag, der praktisch nicht durchzuführen war. Ich wandte mich an die nächsthöhere Instanz, wo man schließlich ein Einsehen hatte.
Es wurde eine Entscheidung für eine Lösung getroffen, mit deren Umsetzung sich der Betreffende allerdings weitere 3-4 Wochen Zeit ließ. Und jeden dieser Tage wartete ich weiter, etwas in der Angelegenheit zu hören, da ich weiterhin dringend eine Lösung brauchte.

Also: Echtes Problem wird nicht gelöst, dauert Monate und geht nur unter Beschwerde an anderer Stelle. Ich brauche Hilfe, aber bekomme keine.
Ein “Nicht-Problem” aus der Nachbarschaft wird dagegen sofort eifrig und mit schwerem Geschütz angegangen. Es wird zwar niemand behindert und es kommt niemand zu schaden, doch die Behörde greift gleich mal voll durch.

Soweit meine Geschichte auf der Formebene. Ich war so derart wütend und frustriert, fühlte mich so unter Druck gesetzt und schickaniert, dass ich kaum noch zu bremsen war.

Sobald mein Mann mit unserer Kleinen zum Einkaufen aus der Haustür war, schnappte ich mir unseren Wohnzimmersessel und stellte ihn stellvertretend für den Behördenvertreter hin.
Eine wunderbare Gelegenheit, dachte ich mir, noch einmal selber die Schritte zu vollziehen, die wir in unserem Online-Vergebungskurs empfehlen.

Ich ging gleich zu dem Schritt “Gefühle ausdrücken” über und stellte mir vor, wie dort auf dem Sessel dieser Typ saß, der mich so maßlos aufregte.
Ich schrie ihm all meinen Ärger entgegen. Wie unfair, unverhältnismässig und scheisse ich die Aktion von ihm fand. Wie rasend es mich machte, dass er auf solchen Kleinigkeiten mit seiner ganzen behördlichen Macht herumritt, doch sich bei wichtigen Dingen nicht bewegte. Er könne mich ja auch gleich auf dem Dorfplatz steinigen lassen  – das wäre doch vielleicht angemessen bei der Schwere des Vergehens?

Ich machte unmissverständlich deutlich, WIE wütend ich war. Wie sehr ich es hasste, dieser behördlichen Macht ausgeliefert zu sein.
Ich musste SOFORT machen, was er von mir wollte, aber wenn ich etwas brauchte, ließ er sich Tage oder Wochen Zeit mit einer Reaktion.
Ich prügelte auf den Sessel mit Kissen ein, sprang auf und ab und schrie.

Oh je. Sicher haben die Nachbarn mein Toben auch gehört. Vermutlich hat mein Ruf im Haus heute Morgen etwas Schaden genommen hat. Nun ja. Vermutlich gleich der nächste Grund, die Behörden zu benachrichtigen? Oder die netten Männer in den weißen Anzügen?
Diese Möglichkeit gehört bei Gefühls- und Vergebungsforschern wohl zum Berufsrisiko ;-).

Doch der Prozess lohnte sich. Wie so oft kamen im Laufe meiner Abreaktion an dem Sessel erstaunliche Dinge zutage. Wie von selbst wurden die Glaubenssätze sichtbar, die meinen heftigen Gefühlen zugrunde lagen.
Ich fand “Ich bin alleine und niemand hilft mir!”, “Ich brauche Hilfe, doch bekomme sie nicht!”, “Auf mich wird keine Rücksicht genommen!” und “Wie es mir geht, zählt nicht – ich bin anderen egal.”

Damit wurde die ganze Angelegenheit schon klarer.

Als ich mich dann wieder einigermaßen beruhigt hatte, überlegte ich, welche Bedürfnisse ich hatte. Ich fand “mein Leben selbst gestalten können” (nicht durch 1000 Regeln eingeschränkt werden, die gar keinen Sinn ergeben), “wohlwollend gesehen werden” (ich wollte niemandem schaden und sicher keine Nachbarn verärgern) und “Gleichwertigkeit” (eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der nicht eine Seite über mehr Macht verfügt und diese als Druckmittel einsetzt).

Meine Bedürfnisse zu erkennen und ein paar Male laut auszusprechen beruhigte mich noch weiter, doch es war noch nicht ganz rund. Und ich hatte Widerstand dagegen, den nächsten Schritt auch noch zu tun, nämlich mich in den anderen hineinzuversetzen.
In dem Moment fand ich das amüsant. Aus den bisherigen Feedbacks zu dem Onlinekurs habe ich schon davon gehört, dass die Teilnehmer gegen bestimmte Schritte Widerstände hatten.
Doch ich dachte, dass ich über “so etwas” schon hinweg sei 😉 – tja, wie herrlich kann sich der Mensch etwas vormachen.

Ich muss mir eingestehen, dass mich gerne darum herumdrücke, mich in den anderen hineinzufühlen. Und ich konnte heute auch gut erkennen, warum: Ich habe Angst, dass wenn ich erst einmal Mitgefühl für den anderen entwickele, ich mich selbst im Stich lasse.

Also saß ich da und konnte spüren, dass ich mich kein Stück in den anderen hineinversetzen wollte.
Da es immer hilft, Dinge, die in einem vorgehen, einfach einmal laut auszusprechen, sagte ich dem fiktiven Typen auf dem Sessel: “Ich habe gar keine Lust, mich in dich reinzufühlen. Ich habe Angst, dass ich dann wieder vergesse, was ich brauche.”

Das brachte die Dinge wieder in Fluß, und ich entschied mich, trotz meines Null-Bock-Gefühls der Sache eine Chance zu geben.

Ich setzte mich auf “seinen” Sessel, sagte mir selbst, ich sei jetzt der Behördenvertreter, und fragte mich in dieser Rolle, was ich gerade fühlte, jetzt, wo ich “Kendra Gettel” gegenübersaß.
Interessanterweise bekam ich gleich starkes Herzklopfen und es machte sich eine Anspannung im ganzen Körper bemerkbar, die im Brustbereich am stärksten war.
Hatte ich etwa Angst???

Ich sagte “Kendra”, dass ich Angst hätte, und schon veränderte sich das Gefühl zu einem Kloß im Magen. Dieses nächste Gefühl konnte ich gar nicht einordnen. Ich konnte es nicht mit meinem Gegenüber oder den aktuellen Ereignissen in Verbindung bringen, und wusste erst gar nicht, was es hier wollte.
Als ich bei dem Gefühl blieb, kamen mir die Tränen! Traurigkeit. Ich wusste wieder nicht, weshalb.

Schließlich kam etwas hoch von “Ich kenne das, unter Druck zu sein, ich bin auch sehr stark unter Druck. Und Willkür kenne ich auch – als Kind habe ich das oft erlebt.”

Daraufhin veränderte sich wieder etwas. Es war, als ob ich in der Rolle als Behördenvertreter zu “Kendra” sagen wollte: “Sie sind eine starke Frau, sie haben viel auf dem Kasten, sie sind attraktiv. Ich bewundere das, und ich möchte nicht, dass Sie sauer auf mich sind.”
Und dann wurde es noch schräger: “Ich habe dieses Gefühl in mir, schon ganz lange, irgendetwas nagt an mir, und ich weiss nicht was. Können Sie mir damit helfen?”

An diesem Punkt war ich echt perplex. Es fühlte sich mit einem Mal so an, als hätte diese Situation, die ich bis wenige Minuten vorher als ein reines, überflüssiges Ärgernis gesehen hatte, in Wahrheit einen himmlischen Zweck.
So als hätte irgendeine Macht im Hintergrund diese total hanebüchene Beschwerde der Nachbarn fabriziert, damit mein Weg sich noch einmal mit diesem Typen kreuzt.

Aber nicht, damit wir uns gegenseitig aufregen, sondern damit wir etwas gegenseitig in uns heilen.

In der Rolle sagte “er” dann noch: “Ich wollte Ihnen keine Umstände machen. Ich will bloß geliebt werden. Wenn Sie noch einmal etwas brauchen, helfe ich Ihnen.”

Und dann war Frieden zwischen uns.

Ich kam mir bei dem ganzen Dialog seltsam vor und zweifelte an dem, was ich wahrnahm. Schleppte der Mann wirklich unverarbeitete Erlebnisse aus seiner Kindheit mit sich herum?
Seitdem ich diese Methode kenne, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, habe ich es schon unzählige Male gemacht, und jedes Mal gute Resultate erzielt. Doch bisher hatten die Gefühle, die dabei hochkamen, immer in einem Zusammenhang mit der Person auf dem Stuhl gegenüber und mit den Ereignissen zwischen beiden gestanden.

Diesmal schienen sie davon abgekoppelt. Und es war ungewohnt, dass der andere nichts Konkretes von mir wollte, sondern etwas Abstraktes wie “Geliebt werden” und “Hilfe mit seinen Gefühlen”.

Doch was ganz real war, war der Frieden am Ende.
Und das ist, worauf es bei solchen Prozessen ankommt.

Wir können nicht wissen, ob das, was sich zeigt, akkurat das Erleben desjenigen wiedergibt. Mag sein, mag auch nicht sein. Unser Verstand kann diese Dinge oft nicht erklären und muss es auch nicht. Vielleicht ist es etwas aus Unterbewusstsein des anderen, aus seiner Vergangenheit oder ein kollektives Thema. Vielleicht ist es auch ein Hirngespinst.
Da ich Pragmatikerin bin und zufrieden, solange etwas funktioniert, meine ich: Auf jeden Fall spürt man, dass sich etwas bewegt hat, etwas zur Ruhe gekommen ist. Und das ist ja Sinn der Sache, auch wenn wir sie nicht erklären können. 🙂

Auf jeden Fall waren für mich die spirituellen Weisheiten wie “Begegnungen sind nie zufällig”, “Die Menschen, die uns am meisten aufregen, sind unsere größten Lehrer” oder “Es ist alles nur ein Ruf nach Liebe” plötzlich mit unerschütterlicher Klarheit fühlbar.

Ich habe mich gefragt, wie zum Teufel ich konkret dazu beitragen kann, in diesem Menschen ein Thema zu heilen. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, es durch diesen Prozess mit ihm, meine Bereitschaft, mich in ihn einzufühlen, schon ein Stück weit getan zu haben.

Und es war, als hätte er sich dafür bedankt.

(Gleichzeitig denke ich “Oje – wenn er je diesen Blogartikel zu Gesicht bekommt – was denkt er dann über mich???? Der hält mich für bescheuert!” Wie war das mit dem Berufsrisiko?)

Es beeindruckt mich wieder einmal, welche Wunder geschehen können, wenn wir uns auf Vergebung einlassen, und dabei auch der “Drecksarbeit” nicht aus dem Weg gehen, die darin besteht, uns durch unsere dunkelsten Gefühle und fiesesten Gedanken hindurchzuarbeiten.
Das ist nicht immer einfach, wird aber immer leichter, je mehr man übt.

Am Ende winken als Belohnung immer der Frieden und eine neue, erweiterte Perspektive auf uns und das Leben.

Inspiration pur!

In unserem Onlinekurs beschreiben wir im Detail, welchen Prozess ich heute angewendet habe, und nehmen die Teilnehmer an der Hand, damit sie auch solche schönen, befreienden Ergebnisse haben.

Und ich kann für diesen Behördentyp jetzt sogar geradezu dankbar sein. Schon fast eine Muse 😉

Was mir noch wichtig ist:
Mit diesem Artikel möchte ich niemanden angreifen oder ins Unrecht setzen. Ich beschreibe hier lediglich einen inneren Klärungsprozess, der in dieser oder ähnlicher Art schon vielen Menschen geholfen, über Ärger und Angriffsgedanken hinwegzukommen.
Teil dieses Prozesses ist es, die eigene “Geschichte”, die man um ein Ereignis herum aufgebaut hat, offenzulegen, und sich mit den eigenen Urteilen, Gedanken, Gefühlen und reaktiven Mustern auseinanderzusetzen.
Meine Schilderung dieser Ereignisse und meiner eigenen Reaktivität ist in diesem Licht zu verstehen.
Darüber hinaus: Wenn ich in einem Rollenspiel über den Betreffenden wahrnehme, bedeutet nicht, dass es auch “wirklich” so ist. Also wir wollen hier niemandem traumatische Kindheitserinnerungen und ein Liebesdefizit unterstellen, der es nicht hat, oder jemanden “ausspionieren”. Wie gesagt, es geht um eine erfolgreiche Methode, um eigene innere Konflikte zu lösen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Danke für die Kenntnisnahme!

Kendra

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So kannst du ehrlich sein, ohne andere zu verletzen

Das Thema “Ehrlichkeit” macht vielen Menschen Angst.

Das ist auch völlig nachvollziehbar, denn so, wie wir Ehrlichkeit aus unserer Kultur kennen, ist sie oft verletzend.
So ein typisches Beispiel wäre: “Also ich bin jetzt mal ganz ehrlich: Du bist ein rücksichtsloser Idiot!”
So etwas will natürlich niemand hören, und dass wir vor solcher Art von “Ehrlichkeit” Angst haben und nichts Konstruktives darin sehen können, ist ganz normal.

Die herkömmliche Art, ehrlich zu sein, besteht darin, anderen Menschen unsere Urteile über sie an den Kopf zu werfen.
Doch wahre Ehrlichkeit ist noch etwas anderes.
Sie geht viel tiefer und berührt die Ebene, auf der wir uns jenseits von Urteilen übereinander begegnen können.

Es gibt einen Weg, wie du ganz ehrlich und ganz bei dir sein kannst, ohne zu verletzen. Einen Weg, wie du durch deine Ehrlichkeit Brücken bauen, Menschen wirklich erreichen und Konflikte lösen kannst.

In diesem Video zeigen wir dir, wie.

Schau doch gleich mal rein, ob da nicht der ein oder andere Impuls für dich enthalten ist, der dir bei einer aktuellen Herausforderung dieser Tage helfen kann. 🙂

Viele Grüsse,

Armin & Kendra

Diese 3 Aussagen verraten, dass jemand sauer auf dich ist

Diese 3 Aussagen verraten, dass jemand sauer auf dich ist

Ärger und Wut sind in unserer Kultur ja ein ziemliches Tabu. Und so kommt es, dass wir diese Gefühle nicht gerne direkt ausdrücken, sondern sie leugnen oder darum herumeiern.

Daraus ergeben sich oft Missverständnisse, Frust und Streit!

In diesem Artikel beschreiben wir 3 typische Dinge, die Menschen sagen, wenn sie sauer sind – aber dies nicht zugeben können oder möchten. Außerdem erfährst du, wie du auf Nerven schonende Weise darauf eingehen kannst.

1. “Warum hast du das gemacht?”

Du hast es bestimmt auch schon erlebt, dass du etwas getan hast und dann jemand dich nach dem Warum fragt.
Du erklärst es ihm, aber anstatt dass er sich bedankt und wieder seinen Angelegenheiten zuwendet, endet ihr in einer Auseinandersetzung.

Der Grund ist:
Der Fragesteller wollte in Wahrheit gar nicht wissen, warum du dies oder jenes getan hast, sondern er war darüber verärgert!
Die Beantwortung seiner Frage mit einer Begründung führt deshalb nirgendwohin, weil sie gar nicht die Antwort auf sein eigentliches Anliegen ist. Dieses Anliegen ist, in seinem Ärger gehört zu werden!

Wir können “Warum hast du … gemacht?” also übersetzen mit: “Ich bin sauer, weil du …. gemacht hast, und möchte gerne in meinem Ärger darüber von dir gehört werden!”

Wenn dir dieser Zusammenhang bewusst ist, kannst du endlose frustrierende Gesprächsverläufe und Auseinandersetzungen vermeiden, indem du auf den zugrunde liegenden Ärger eingehst.
Du kannst dich entspannen.
Halte dir eine wichtige Sache vor Augen: Du hast nichts falsch gemacht, nur weil du gemacht hast, was dir in dem Moment richtig erschien. Und deshalb musst du dich jetzt auch nicht verteidigen! 
Du brauchst nur eines tun: Dem anderen versichern, dass du seinen Ärger hörst und ihn ernst nimmst.
Ein Mittel dazu sind folgende Fragen: “Bist du sauer/ärgerst du dich, weil ich …. gemacht habe?” und “Hättest du es lieber gehabt, wenn ich … gemacht hätte?”

Nehmen wir ein konkretes Beispiel:
Sarah zu Klaus: “Warum hast du die Spülmaschine nicht leergeräumt????”
Klaus: “Ärgerst du dich deswegen?”
Sarah: “Ja!”
Klaus: “Wäre dir lieber gewesen, ich hätte sie leergeräumt?”
Sarah: “Ja! Dann hätte ich jetzt weniger Arbeit!”

2. “Ich will verstehen!”

Kommen wir zum nächsten Versteck für Ärger: Angebliches Verstehenwollen.
Dieses Verstehenwollen drückt sich oft so aus: “Ich verstehe nicht, wie du …. konntest!” oder “Ich würde wirklich gerne verstehen, warum der das gemacht hat!”

Mit diesem Verstehenwollen ist es genauso wie mit der Warum-Frage. Es geht nicht wirklich ums Verstehen, sondern darum, in seinem Ärger gehört zu werden.
Wenn jemand dir so etwas sagt, kannst du darauf die gleichen Fragen stellen wie oben bei dem “Warum?” beschrieben.

3. “Ich wundere mich!”

In (fast) allen Fällen, in denen jemand sagt, er wundere sich über etwas oder sei über etwas überrascht, und dabei ein ernstes Gesicht macht, ist Ärger im Spiel.
Ein gutes Beispiel ist ein Satz wie: “Ich bin überrascht, dass du nicht zu meinem Geburtstag kommst!”
Wenn da kein Ärger hintersteckt, fresse ich einen Besen! 😉

Warum ich mir da so sicher bin? Weil echte Überraschung sich anders ausdrückt!
Überlege einmal, welche Worte du verwendest und in welchem Tonfall und mit welcher Mimik du sprichst, wenn du wirklich überrascht bist.
Meistens werden die Augen groß, und du bekommst vielleicht erst einmal kein Wort heraus. Du sagst vielleicht nur: “Oh Mensch!” oder “Das ist ja toll!”.
Vielleicht sagst du auch “So eine Überraschung!”

Eine Überraschung wird in der überwiegenden Zahl der Fälle als etwas Positives empfunden:
Ein unerwarteter Besuch von einem lieben Menschen, eine unvorhergesehene Beförderung, ein Geschenk.
Natürlich gibt es auch negative Überraschungen, doch zum dazugehörigen Gefühl passt dann häufig besser ein Wort wie “Schock”, oder “Schreck”.

Aber bei “Ich bin überrascht, dass du….” geht es sehr wahrscheinlich wieder darum, dass jemand in seinem Ärger gehört werden will. Dabei hat er das Problem, sich entweder gar nicht bewusst zu sein, dass er ärgerlich ist, oder sich nicht zu trauen, es zuzugeben.

In beiden Fällen kannst du wieder die Fragen von oben ausprobieren.

(“Bist du sauer/ärgerst du dich, weil ich …. gemacht habe?” und
“Hättest du es lieber gehabt, wenn ich … gemacht hätte?”)

Wahrscheinlich bringst du damit nicht nur das Gespräch mit einem Schlag auf eine konstruktivere Ebene, sondern verschaffst dem anderen auch noch ein Aha-Erlebnis über sich selbst!

Ich bin gespannt zu hören, was du erlebst, wenn du “Warum hast du ….?”, “Ich verstehe nicht, wie du … konntest!” und “Ich wundere mich darüber, dass du…” ab jetzt mit anderen Ohren hörst.

Schreibe mir gerne deine Erfahrungen und dein Feedback unten in den Kommentaren.

Danke dir und viele Grüsse,

Kendra

P.S.:Hast du Freude an bewusster Kommunikation und möchtest gerne mehr in diese Richtung ausprobieren? Dann bist du herzlich eingeladen zu unserem Wochenendworkshop am 26. und 27. August 2017 in Basel.

An diesen zwei Tagen dreht sich alles um bewusste Kommunikation und Verbindung schaffendes Zuhören.
Wir werden die meiste Zeit praktische Übungen machen, damit du Erfahrungen für die Anwendung im Alltag mit nach Hause nehmen kannst.

Es wird der einzige Workshop dieser Art für dieses Jahr, und wir versprechen dir: Der weiteste Weg lohnt sich!

Lies hier die Workshopbeschreibung und finde heraus, ob diese zwei Tage für dich sind!

Und P.P.S.: Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke! Danke, wir schätzen deine Unterstützung!!!!

Bist du nach Gesprächen oft irgendwie unzufrieden?

Bist du nach Gesprächen oft irgendwie unzufrieden?

Kennst du das auch?

– Du bist in einer Unterhaltung, aber fängst plötzlich an, dich zu langweilen
– Du fühlst dich während eines Gesprächs oder danach angespannt und frustriert, aber findest keinen “echten” Grund dafür
– Du findest Gespräche anstrengend und Energie raubend

Free-Photos/pixabay

Viel zu viele Gespräche in unserer Kultur verlaufen frustrierend. Sie führen zu Unzufriedenheit und innerer Distanzierung, auch wenn es gar keinen akuten Streit oder eine Meinungsverschiedenheit gibt.
Aber sind Gespräche nicht eigentlich dazu da, Nähe, Verständnis, Austausch und Freude zu bringen? Wie um Himmels willen schaffen wir, das das Gegenteil dabei herauskommt?

Die Antwort liegt auf der Hand, wenn wir
1. das Hauptbedürfnis erkennen, das durch Gespräche erfüllt werden soll, und
2. überprüfen, ob unsere “normale” Art, Gespräche zu führen, diesem Bedürfnis überhaupt eine Chance gibt.

Fangen wir also mit dem Hauptbedürfnis an. (Lies außerdem hier, warum Bedürfnisse und Spiritualität sich nicht ausschließen.) Dieses Bedürfnis ist nichts Mysteriöses, schwer zu Erkennendes, sondern Gottseidank ganz simpel:
Gehört werden.

In fast allen Fällen, in denen ein Mensch redet, möchte er gehört werden. Und: Den meisten Menschen ist dies nicht bewusst. Sie wissen nicht, um was es ihnen wirklich geht, wenn sie etwas erzählen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn diese simple Weisheit wird in unserer Gesellschaft nicht gelehrt!

Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, dann schleichen sich Anspannung, Frustration, Verzweiflung oder regelrechter Ärger ein. Da oft nicht erkannt wird, was die Ursache für diese Gefühle ist – das Nicht-gehört-Sein – suchen wir den Grund dann woanders und regen uns zum Beispiel über das auf, was der andere gesagt hat.

Hier ein Beispiel, damit sich das besser nachvollziehen lässt:

A: “Gestern hatte ich so einen Scheisstag! Mein Chef war die ganze Zeit nur am Meckern!”
(Hat das Bedürfnis, gehört zu werden)
B: “Oh, du solltest aber auch endlich deine Stelle kündigen!” (B ist nicht auf dieses Bedürfnis eingegangen, sondern hat einen Ratschlag erteilt)
A fühlt sich nach dem, was B gesagt hat, frustriert, weiss aber nicht so recht, wieso. Als er nach Hause kommt, beschwert er sich bei seiner Frau über B: “B hat vielleicht krasse Ansichten! Er sagt, ich soll kündigen! Das ist doch total bescheuert!”

Dieser Dialog zeigt ein typisches Reaktionsmuster unserer Gesellschaft, das am Hauptbedürfnis in Gesprächen vorbeigeht:
Ratschläge erteilen. Wenn jemand ein Problem schildert, sagen wir ihm, was er tun “sollte”.
Andere typische Muster sind Herunterspielen “Aber das ist doch nicht so schlimm – jeder hat einmal einen schlechten Tag!” oder von uns selbst reden: “Oh, das kenne ich! Mein Chef war letzte Woche auch wieder so!”

In jedem Fall wird derjenige, der eigentlich gehört werden wollte, frustriert!
Und es ist nicht so leicht, diesen Frust zu erkennen, da die ganzen Antwortmuster, die das Gehört werden verhindern, so üblich sind. Alle machen es so. Die ganze Zeit. Oder fast die ganze Zeit ;-). So haben wir gar keine Chance, zu erleben, wie es wäre, richtig gehört zu werden.

“Gehört werden” ist dabei im Grunde ganz einfach zu erfüllen. Alles, was es dazu braucht, ist in ein oder zwei Sätzen wiederzugeben, was der andere gesagt hat.
Wichtig ist dabei sind 2 Dinge:
1. Man muss zum GEFÜHL des Sprechers einen Bezug eingehen bzw. dazu, wie es ihm mit der Sache geht.
2. Man muss ihn danach FRAGEN.
Das mit dem Fragen ist wichtig, weil niemand gerne von außen gesagt bekommt, wie er sich fühlt bzw. was in ihm vorgeht. Jeder möchte gerne über sein Innenleben die Deutungshoheit behalten. Das bleibt gewahrt, wenn wir nicht diagnoseartig feststellen, sondern fragen.
Also nicht: “Du bist aufgebracht!”, sondern “Du bist ganz aufgebracht, richtig?”

(Probiere es aus: Ein sehr schneller und sicherer Weg, jemanden zur Weißglut zu bringen, ist, ihm von außen zu sagen, was er fühlt und was ihn ihm vorgeht und seine tatsächlichen Gefühle nicht gelten zu lassen. 😉 )

B hätte in unserem Fall zum Beispiel zu A sagen können:
“Oh, dein Chef hat den ganzen Tag gemeckert! Das war bestimmt sehr schwer auszuhalten!”
oder
“Wenn dein Chef meckert, stresst dich das ganz gewaltig, kann das sein?”

Mit dem gehört werden ist es genauso wie mit dem gelobt werden (lies hier den Artikel dazu). Wenn das Bedürfnis nicht erfüllt wird, haben irgendwie ein ungutes Gefühl, aber wissen nicht genau wieso, und denken im Zweifelsfall, mit uns sei etwas nicht richtig.
Dieser Gedanke, dass mit einem etwas nicht richtig ist, kann dabei auch die Tarnung annehmen von “Ich habe da noch ein Thema zu heilen”.

Dabei ist es ganz einfach so: Für alle Menschen auf der Welt ist es frustrierend, nicht gehört zu werden.

Gehört zu werden führt innerhalb von Minuten zu Entspannung,  Verbundenheit und dem herrlichen Gefühl, das mit einem alles in Ordnung ist.
Selbstliebeturbobeschleuniger.

Es ist also völlig normal und menschlich, gehört werden zu wollen, und der Ausweg ist nicht, sich dieses Bedürfnis abzutrainieren oder “wegzutransformieren” (ich bin jetzt mal ein bisschen gemein 😉 ), sondern dafür zu sorgen, dass es Erfüllung findet – weil da alle etwas von haben, nicht nur du!!!
Ich meine damit nicht, dass wir das gehört werden nun auf penetrante und nervtötende Weise von unserer Umgebung einfordern sollen, sondern es geht mir um den bewussten und liebevollen Umgang damit.

Wenn ich erkenne, dass ich gerade gehört werden will, dann ist es meine Aufgabe, mich darum zu kümmern, dass ich es bekomme. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Ich kann es selber geben, indem ich mir innerlich sage: “Wenn dein Chef meckert, bist du gestresst! Ich höre dich! Du bist gestresst! Das ist ok!”
2. Ich kann eine andere Person gezielt bitten, mir zuzuhören und wiederzugeben, was ich gesagt habe.

Darüber hinaus kann ich selber dafür sorgen, dass mehr Zuhören in die Welt kommt und Gespräche wieder mehr Spaß machen und erfüllender werden.
Das tue ich, indem ich für mein Gegenüber in Gesprächen öfter wiederhole, was ich sie oder ihn habe sagen hören und nach ihren oder seinen Gefühlen frage.

Vielleicht gibt es nun den oder oder anderen hier, der immer noch fragt: “Aber Bedürfnisse sind doch unreif/ unspirituell …. sollte ich das nicht irgendwie hinter mir lassen können?”

Meine Antwort darauf wäre: “Warum willst du es hinter dir lassen?”

Was ist, wenn der Sinn und Zweck unseres Lebens Beziehung wäre? Wenn es das Einzige wäre, was es zu “tun” gäbe, das Wesentliche, worauf es ankommt? Sagen Sterbende nicht, sie wünschten, sie hätten mehr Zeit mit ihren Liebsten verbracht?

Dann wäre es ganz fatal, sich dieses Bedürfnis abzugewöhnen, denn dieses Bedürfnis sorgt ganz genial dafür, dass wir immer wieder in Beziehung treten. Weil es sich gut anfühlt. Weil es glücklich macht. Weil wir als Gemeinschaftswesen gestrickt sind und nicht anders können.

Und, ganz wichtig:
Jedes Mal, wenn du mit jemandem in Beziehung gehst, machst du diesem Jemand ein Geschenk. Denn nicht nur du hast ein Bedürfnis nach Beziehung, sondern alle anderen auch. Wirklich zuhören fühlt sich genauso gut an, wie wirklich gehört werden.

Deshalb: trau dich! <3

Würdest du gerne die glücklich machende und heilende Wirkung von Zuhören erfahren und selber besser lernen?

Dann bist du herzlich eingeladen zu unserem Wochenendworkshop am 26. und 27. August 2017 in Basel.

An diesen zwei Tagen dreht sich alles um bewusste Kommunikation und Verbindung schaffendes Zuhören.
Wir werden die meiste Zeit praktische Übungen machen, damit du Erfahrungen für die Anwendung im Alltag mit nach Hause nehmen kannst.

Es wird der einzige Workshop dieser Art für dieses Jahr, und wir versprechen dir: Der weiteste Weg lohnt sich!

Lies hier die Workshopbeschreibung und finde heraus, ob diese zwei Tage für dich sind!

So oder so freue ich mich, wenn dir dieser Artikel ein paar Impulse geben konnte, um deine Gespräche ab jetzt erfüllender zu gestalten und dich selbst mehr zu lieben.

Danke fürs Lesen und bis bald!

Kendra

P.S.: Wenn du diesen Artikel hilfreich findest, dann teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke! Danke! <3

So verhinderst du erfolgreich eine Heilige Beziehung

So verhinderst du erfolgreich eine Heilige Beziehung

Eine Heilige Beziehung, wie sie “Ein Kurs in Wundern” definiert, ist eine wunderschöne Beziehung der Heilung und eine Hilfe beim Erwachen.
Man ist sich nah, ist füreinander da und erinnert sich gegenseitig an sein wahres, göttliches Selbst.

Aber so etwas will natürlich nicht jeder.
Zuviel Nähe zum Beispiel ist ja nicht jedermanns Sache. Und füreinander da sein – das ist doch auch nichts weiter als romantischer, unrealistischer Kitsch.

Und Erwachen erst!
Soll ziemlich unheimlich sein,
so von wegen die Persönlichkeit ist auf einmal weg und man löst sich ganz in Licht und Liebe auf. Nein danke!

Das klingt doch nun wirklich mehr als suspekt!

Wenn ich es mir recht überlege, ist so eine Heilige Beziehung wahrscheinlich regelrecht gefährlich! Ein Killer! Von wegen “Heilig”!

Da sollte man doch lieber auf Nummer sicher gehen und um so etwas einen großen Bogen machen.
Oder am besten aktiv vorbeugen, damit sich nicht aus Versehen eine Beziehung heimlich in eine Heilige Beziehung verwandelt und man dann erwacht, obwohl man es gar nicht wollte!

Deshalb haben wir dir fünf idiotensichere Punkte aufgeschrieben, mit denen du jeden Versuch einer Heiligen Beziehung, sich in dein Leben einzuschleichen, erfolgreich vereiteln kannst!

1. Meide andere Menschen, wo es nur geht:
Die sicherste Methode, um Beziehungen zu verhindern, ist, Menschen aus dem Weg zu gehen. Schließ dich zuhause ein und gehe nur noch vor die Tür, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt. Verlasse am besten auch alle sozialen Netzwerke im Internet. Dies verhindert auch, dass man allzuviele Vergebungslektionen hat.

Leider lassen sich ja nicht alle Beziehungen vermeiden. Vielleicht gehörst du zu den bedauernswerten Menschen mit Freunden, Partner oder Partnerin oder gar Familie!
Dann hast du es natürlich besonders schwer. Unser Mitleid ist dir gewiss.
Du musst allerdings nicht verzweifeln, denn auch für dich gibt es Auswege:

2. Finde Fehler in anderen:
Ein ganz wichtiger Punkt für deinen Erfolg. Du musst in allen Menschen in deinem Leben Fehler sehen. Viele Fehler.
Zum Beispiel: Deine Freunde zu aufdringlich. Deine Frau zu geschwätzig. Dein Mann zu unordentlich. Deine Kinder zu laut. Oder zu süß. Dein Chef zu autoritär. Dein Hund zu hundig.
Wir empfehlen dir, jeden Abend vor dem Schlafengehen eine lange Liste mit den Fehlern aller Menschen, die du kennst, aufzuschreiben.

3. Gib anderen die Verantwortung für dein Befinden:
Wenn es dir schlecht geht, dann musst du schnell jemandem die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben! Unbedingt!
Ach ja, die Vorbedingung dazu ist natürlich, dass es dir schlecht geht. Sieh das Leben also so schwarz du kannst, und hege und pflege deine negativen Gefühle. Dann hast du immer reichlich Material, um Zusammenhänge zwischen deinem miesen Befinden und dem Verhalten der Menschen um dich herum zu fingieren.
Zum Beispiel: “Ich bin genervt, weil du willst, dass ich mit dir ins Kino gehe!”
Und nicht vergessen: Diese Zusammenhänge musst du natürlich auch großzügig kommunizieren. Spare auf gar keinen Fall mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen!

4. Unterstelle anderen immer die schlimmstmögliche Absicht und werte jedes Verhalten als Angriff
Du wirst überrascht sein, wie schnell dich die konsequente Anwendung dieser Strategie von anderen Menschen wegbringt!
Wenn deine Frau den Abwasch vergisst, zum Beispiel, darfst du keine mildernden Umstände geltend machen. Du musst ihr Versehen als einhundertprozentig gegen dich betrachten und ihr dies umgehend und lautstark mitteilen.
Besonders gut kommt es, wenn noch daraus noch einen allgemeinen, unbehebbaren Charakterfehler strickst: “Du blöde Kuh, du hast mit Absicht die dreckigen Teller nicht abgespült! Es ist dir doch vollkommen egal, wie es mir geht! Nie nimmst du Rücksicht auf mich!”

5. Verstelle dich und zeige nie deine wahren Gefühle
Wahre Gefühle zu zeigen erzeugt Nähe. Nähe musst du aber um jeden Preis vermeiden. Biete deshalb nie auch nur den kleinsten Hinweis auf das, was du wirklich fühlst – nicht einmal dir selbst. Verstelle dich und heuchele Freundlichkeit und Nettigkeit, vor allem, wenn dir gar nicht danach ist.
(Natürlich nicht, wenn sich gerade eine gute Gelegenheit für Vorwürfe bietet, das versteht sich von selbst!) Sehr gut!

Durch Beachtung dieser fünf Punkte solltest du jede Heilige Beziehung problemlos im Keim ersticken können.

Wir hoffen sehr, dass wir dir helfen konnten, dein Leiden in dieser Welt noch eine Weile verlässlich zu zementieren und das Erwachen abzuwehren.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch bitte über die sozialen Netzwerke, bevor du dich von ihnen abmeldest! Wir schätzen deine Unterstützung! Danke!

Noch eine Sache zum Thema “Heilige Beziehung”: In wenigen Tagen (am 1. Mai) fängt unsere kostenlose Online-KURSkonferenz darüber an!

Diese Konferenz ist wahrscheinlich nichts für dich, weil sie sich mehr an die hoffnungslosen Fälle richtet, die immer noch erwachen wollen ;-).
Falls du dich dennoch angesprochen fühlst, melde dich am besten gleich noch an!

Du bekommst:
Inspiration und Werkzeuge für die Heilung deiner Beziehungen
– Impulse für dein spirituelles Wachstum

über 20 berührende Interviews  zu “Ein Kurs in Wundern” und “Gewaltfreier Kommunikation”
– die Möglichkeit, eigene Anliegen zu bearbeiten in Live-Webinaren mit den Referenten
– neue Weggefährten durch Begegnungen in Live-Chats

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Macht empathisches Zuhören eine Geschichte wahr?

Macht empathisches Zuhören eine Geschichte wahr?

Seitdem ich vor über 10 Jahren Marshall Rosenberg, dem Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, begegnet bin, bin ich ja ein bekennender Fan von empathischem Zuhören.

Es schafft in Sekundenschnelle eine Verbindung, es wirkt beruhigend und entspannend, es bringt Klarheit und es entschärft Konflikte. Eine rundum segensreiche Sache, sollte man meinen, und doch höre ich oft den Einwand: “Aber…mache ich damit eine Geschichte nicht wahr?”

Quelle: loreanto@adobe.com

Damit gemeint ist, ob ich jemanden, dem es gerade nicht gut geht, nicht in seinem Leiden bestätige, anstatt ihm herauszuhelfen. Nehmen wir als Beispiel einen Mann namens Kurt, der schon länger eine schwierige Beziehung zu seinem Nachbarn hat. Nun hat der Nachbar ohne Vorwarnung kurzerhand eines Nachts Kurts lange gehegten Obstbaum an der Grundstücksgrenze abgesägt, weil vom Baum Fallobst und Laub auf seinen Rasen fielen.

Kurt ist außer sich und regt sich auf. Als er mir von dem Vorfall erzählt, läuft sein Gesicht rot an und er schimpft: “So ein Blödmann! Was erlaubt der sich! Das ist eine Frechheit! Dreist! Das lasse ich mir nicht gefallen!”

Durch die analytische Brille betrachtet könnten wir Kurt nun ein Opferbewusstsein attestieren. Er sieht sich als Opfer seines Nachbarn. Und wenn ich ihm empathisch zuhöre, verfestige ich das Opferbewusstsein dann nicht?

Probieren wir es doch einfach einmal aus. So könnte es aussehen, wenn ich Kurt Empathie gebe:

Ich: “Mensch Kurt, du bist ganz schön wütend, was?”
Kurt: “Ja klar! So ein Arsch! Sägt einfach meinen schönen Baum ab!”
Ich: “Das war ein Schock für dich, oder?”
Kurt: “Ja aber hallo! Ich gucke morgens aus dem Fenster, und der Baum ist weg!”
Ich: “Und dabei war das doch dein Lieblingsbaum!”
Kurt: “Ja!”
Ich: “Da bist du bestimmt auch traurig.”
Kurt (wird ruhiger):”Hm, schon. Den Baum haben wir damals zur Hochzeit bekommen, und ich habe ihn seit 15 Jahren gehegt und gepflegt.”
(Stille)
Ich: “Es wäre schön, wenn ihr euch mit dem Nachbar besser verstehen würdet, oder?”
Kurt: “Das habe ich schon aufgegeben. Du siehst doch, wie er ist! Blödmann!”
Ich: “Du kannst dir gar nicht mehr vorstellen, dich mit ihm zu verstehen? Vor allem wegen der Sache mit dem Baum?”
Kurt: “Richtig. Mit dem zu reden ist doch zwecklos.”
Ich: “Du bist bestimmt enttäuscht, weil du eigentlich gerne ein gutes Verhältnis hättest?”
Kurt: “Eigentlich – ja. Wir haben ihn ja damals auch extra zur Einweihung eingeladen.”
Ich: “Wahrscheinlich wünschst du dir, er würde deine Gesten anerkennen?”
Kurt: “Ja! Ich will ihm doch gar nichts Böses!”
Ich: “Das muss echt frustrierend für dich sein….”
Kurt: “Ja, danke!! Es tut echt gut, das einfach alles mal loszuwerden….”

An diesem Punkt spürt Kurt seine Trauer und seine Frustration deutlich. Er ist nun nicht mehr wütend und denkt nicht mehr über Rache an dem Nachbarn nach. Stattdessen überlegt er, wie er dem Nachbarn seinen Schmerz über den Baum und seinen Wunsch nach einem besseren Verhältnis kommunizieren kann.
Er fühlt sich nicht mehr ausgeliefert, sondern ist wieder in Kontakt mit dem, was er wirklich will. Das gibt ihm neue Kraft und neue Ideen – und eine realistische Chance darauf, seinen Nachbarn zu erreichen.

Dieses Szenario ist fiktiv, zeigt aber deutlich, was Empathie bewirkt. Am Ende bringt sie nicht etwa eine Zementierung eines Opferstatus oder einer negativen Einstellung, sondern ganz im Gegenteil, sie öffnet und schafft den Raum für etwas Neues.

Wie gelingt ihr das?

Wie du beim Lesen des Dialoges vielleicht gemerkt hast, habe ich “die Geschichte” von Kurt mit keinem Wort bestätigt. Ich habe ihm nur Fragen nach seinen Gefühlen und nach seinen Bedürfnissen gestellt, die ihm geholfen haben, unter seinem Ärger wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Dadurch konnte Kurt letztlich auch spüren, dass sein eigentlicher, tiefer liegender Wunsch ein gutes Verhältnis mit dem Nachbarn war.

Empathie hilft Menschen also, zu sich selbst zurückzufinden. Empathie bewertet nicht und versucht nicht, dem anderen einen Ratschlag zu geben oder ihn von einer bestimmten Sichtweise zu überzeugen. Empathie signalisiert dem Gegenüber, vollkommen in Ordnung zu sein, welche Gefühle und Gedanken ihn auch immer gerade beschäftigen mögen.
Wer empathisch zuhört, ist außerdem präsent, und hilft dem Gegenüber durch die eigene Präsenz, selbst wieder präsent zu werden.
Mit Hilfe alle dieser Elemente entsteht ein Raum, um die Situation anzunehmen, zu verarbeiten und in konstruktives Handeln zu kommen.

Zusammengefasst könnte man sagen:

Empathie ist eine Haltung der bedingungslosen Annahme des anderen.
Und sie ist ein Vertrauen darauf, dass im anderen ein guter Kern existiert, der vielleicht momentan nicht sichtbar ist, aber wieder zum Vorschein kommen wird.

Diese wertungsfreie und wohlwollende Art der Begegnung ist für den anderen spürbar, und er hat nicht wie sonst so oft das Gefühl, sich verteidigen, erklären oder rechtfertigen zu müssen. Er kann sich – getragen durch diese bedingungslose Annahme – mit sich selbst entspannen und fängt von alleine an, die freiwerdende Energie für ein konstruktives Herangehen an die Situation zu nutzen.

Am Ende machen wir eine Geschichte durch Empathie nicht wahr, sondern bieten dem anderen eine wirksame Unterstützung, um selber aus der Geschichte auszusteigen!

Voraussetzung für diesen “Erfolg” ist, wie gesagt, die wertfreie und wohlwollende Grundhaltung, die der Zuhörende mitbringt. Wenn du mehr darüber wissen willst, dann lies hier den ergänzenden Artikel “So geht empathisches Zuhören”.

Ich hoffe, mit diesem Beitrag zu einem besseren Verständnis von empathischem Zuhören beigetragen zu haben. Ich würde mich freuen, zu hören, was du darüber denkst!

Kendra Gettel

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Die Kommunikationswunderformel

Die Kommunikationswunderformel

Hast du dich auch schon gefragt, wie du Dinge, die dich triggern und ärgern, ansprechen kannst, ohne mit deinem Gegenüber in eine Abwärtsspirale aus gegenseitigen Vorwürfen und Verletzungen zu enden?
Probiere doch einmal unsere “Kommunikationswunderformel”!

Die “Kommunikationswunderformel” besteht aus den folgenden fünf Schritten:

    1. Deine Beobachtung
    2. Dein Gefühl
    3. Deine Interpretation der Situation
    4. Deine Bereitschaft, mit deiner Interpretation falsch zu liegen
    5. Deine Bitte um Hilfe dabei, die Situation richtig zu sehen und den anderen als unschuldig sehen zu können

Gehen wir direkt zu einem Beispiel, wie diese Formel im Alltag verwendet werden kann. Stellen wir uns ein Ehepaar vor, John und Linda. Sie haben zwei Kinder.

Linda ist ärgerlich. Ihr Ärger wird ausgelöst, als sie nach der Arbeit nach Hause kommt und sieht, dass das Abendessen noch nicht fertig ist, obwohl John versprochen hatte, sich darum zu kümmern.

Lindas Beobachtung wäre: “Du hast kein Abendessen gemacht!”
Angesichts dessen könnte ihr Gefühl “Ich bin ärgerlich!”, “Ich bin wütend!” oder “Ich bin frustriert!” sein. Dabei denkt bzw. interpretiert sie gegenüber John “Du unterstützt mich nicht im Alltag!”

Um ihre Verärgerung auszudrücken und auf liebevolle Weise die Verbindung zu John wiederherzustellen, könnte Linda damit anfangen, diese drei Dinge (Beobachtung, Gefühl und Interpretation) mitzuteilen: “John, wenn ich sehe, dass du kein Abendessen gemacht hast, obwohl du gesagt hast, du würdest es tun, bin ich wütend und interpretiere, dass du mich im Alltag nicht unterstützt!”

So weit, so gut. Und jetzt kommt der Teil mit dem “Wunder”, nämlich der Teil mit der Bereitschaft, sich in der Interpretation zu irren und der Bitte um Hilfe: “Naja, es kann ja nicht stimmen, dass du mich im Alltag nicht unterstützt, weil ich ja weiß, dass du bei vielen Gelegenheiten tust. Gestern, zum Beispiel, hast du ja mein Fahrrad repariert. Würdest du mir helfen, herauszufinden, was gerade wirklich los ist, und dich wieder als den hilfsbereiten Mann zu sehen, der du bist?” 

Alles klar? 🙂

Um noch verständlicher zu machen, was Linda sagt, warum es funktioniert und wie du es selbst anwenden kannst, sehen wir uns die fünf Schritte im Detail an:

1. Die Beobachtung

Bei der Beobachtung beschreibst du, was du siehst, hörst oder anderweitig durch deine fünf Sinne wahrnimmst. Was passiert bzw. ist passiert? Bleibe bei den Fakten. Stell dir vor, du bist eine Videokamera, die das Geschehen aufzeichnet. Was wäre auf der Aufnahme zu sehen und zu hören?

Achte darauf, die Beobachtung nicht mit einer Interpretation zu vermischen. Bleib neutral. “Du hast kein Abendessen gemacht” oder “Das Abendessen ist nicht fertig” sind Beobachtungen. “Ich kann mich beim Abendessen machen nicht auf dich verlassen!” zum Beispiel ist dagegen eine Interpretation. Die Interpretation ist in Schritt drei an der Reihe.

2. Das Gefühl

Beschreibe, was du fühlst, wenn du die Beobachtung machst, und bleibe dabei bei reinen Gefühlswörtern wie “wütend”, “traurig”, “ängstlich”, “frustriert”, “gestresst”, “unter Druck” oder “verärgert”. Sei dir bewusst, dass Begriffe wie “missverstanden”, “angegriffen” oder “nicht berücksichtigt” keine Gefühlsbeschreibungen im eigentlichen Sinne sind, sondern Interpretationen. Um dir wirklich darüber klar zu werden, was in dir los ist, und um dem anderen zu helfen, dich authentisch zu fühlen, hilft es extrem, in diesem Punkt klar zu sein und beim reinen Gefühl zu bleiben, ohne eine Interpretation hineinzumischen.

3. Die Interpretation

Wir sind es gewohnt, zu denken, dass wir wegen etwas getriggert sind, das passiert ist oder das jemand getan hat. Tatsächlich ist der Grund für den Trigger aber die Bedeutung, die wir dem Ereignis geben, oder, in anderen Worten, wie wir die Sache interpretieren.
Wenn wir die Interpretation ändern, verschwindet der Trigger.
In unserem Beispiel interpretiert Linda, dass John sie nicht unterstützt. Andere häufige Interpretationen sind “Du wertschätzt mich nicht bzw. was ich tue”, “Du liebst mich nicht” oder “Du greifst mich an.”

4. Die Bereitschaft, es anders zu sehen

Dies ist der Wendepunkt in eurem Gespräch, und der Schritt, der wahrscheinlich über das hinausgeht, was du in anderen Kommunikationsmodellen bisher kennengelernt hast. Die Sache ist: Wenn du nach Schritt drei aufhörst, wird die andere Person immer noch sehr wahrscheinlich denken, dass du sie angreifen oder ihr Vorwürfe machen willst. Und dann bekommst du nicht etwa Hilfe, sondern in der Regel einen Gegenangriff. Doch du willst ja gerade Hilfe, um die Kuh vom Eis zu bekommen, richtig?
Der Trick besteht darin, die Interpretation aus Schritt drei in Frage zu stellen und aktiv nach Beweisen dafür Ausschau zu halten, dass sie falsch ist.

Am Anfang, wenn du noch getriggert und verärgert bist, ist es gut möglich, dass sich dieser Schritt wie Selbstverarschung und Selbstaufgabe anfühlen. Der Grund dafür ist deine Identifikation mit der Interpretation! Die Interpretation aufzugeben fühlt sich irgendwie an wie Sterben, doch genau das Gegenteil wird passieren. Tu es einfach. Sag deinen Satz auf, auch wenn du heftigen Widerstand spürst und ganz fest davon überzeugt bist, Recht zu haben.

Du brauchst nur ein kleines bisschen Bereitschaft, ein klein wenig Offenheit für eine andere Sicht der Dinge als dir die vorwurfsvolle und Schuld zuweisende Stimme in deinem Kopf dir mit ihrer negativen Interpretation weismachen will.
Nehmen wir als Beispiel die Interpretation “Du liebst mich nicht.”. Nachdem du sie formuliert hast, füge so etwas hinzu wie “…aber das kann ja nicht sein, weil….” und schaue, ob du dafür Beweise finden kannst, dass der andere dich doch liebt.

Der ganze Satz sähe dann so aus: “Ich interpretiere, dass du mich nicht liebst, aber das kann ja nicht sein, weil du mir jeden Tag sagst, dass du mich liebst, und außerdem hast du dir für meinen Geburtstag letzten Monat eine ganz besondere Überraschung ausgedacht.”
Kannst du fühlen, wie sich deine Verärgerung schon anfängt, zu verändern?

Übrigens: Wenn du keine Beweise finden dafür finden solltest, dass der andere dich liebt, dann teile das einfach mit: “Ich tue mich gerade schwer damit, Beweise zu finden, dass du mich liebst.”

5. Bitte um Hilfe

Bitte an dieser Stelle den anderen um Hilfe dabei, zu sehen, was wirklich geschehen ist. Was wirklich geschehen ist, ist nie so schlimm wie unsere Interpretation. Wir interpretieren oft eine Handlung als gegen uns, die in Wahrheit gar nichts mit uns zu tun hatte oder einen verzweifelten Versuch des anderen darstellte, für sich zu sorgen.
In unserem Beispiel war John vielleicht damit beschäftigt, ein weinendes Kind zu trösten. Oder ihm ist irgendetwas anderes dazwischengekommen. Auf jeden Fall hat er ganz bestimmt nicht gedacht “Heute werde ich Linda mal nicht unterstützten, und ich will sie ärgern. Ich werde einfach kein Essen machen, obwohl ich gesagt habe, ich würde mich darum kümmern!”
Der andere wird gerne bereit sein, dir zu helfen, weil du deine Bereitschaft gezeigt hast, ihn als unschuldig zu sehen, zu sehen, dass er nur für sich sorgen und nicht etwa dich angreifen wollte.

Wir hassen es, Vorwürfe um die Ohren gehauen und Schuld zugewiesen zu bekommen. Es macht uns defensiv und löst in uns den Drang zu einem Gegenangriff aus. Und gleichzeitig sind Vorwürfe und Schuldzuweisungen die Art zu reden, die uns unsere Gesellschaft beibringt. Wir sind kollektiv süchtig danach. Wir haben nicht anders gelernt, unsere Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Kein Wunder also, dass Vorwürfe und Urteile unsere erste Reaktion auf Trigger sind!
Es braucht Zeit und bewusste Bemühung, um diese gewohnheitsmäßige Reaktion abzulegen, aber du kannst es tun, und du wirst es tun, weil du es lieben wirst, wie sich deine Beziehungen verbessern, wenn du damit aufhörst 🙂
Hier sind einige Beispiele, wie du Schritt fünf formulieren kannst:
“Ich will aufhören, dich dafür verantwortlich zu machen, was ich fühle. Kannst du mir helfen, zu sehen, dass du das nicht gegen mich gemeint hast? Was war bei dir gerade los in dem Moment?”
“Kannst du mir helfen zu sehen, dass du getan hattest, was du konntest?”
“Kannst du mir helfen, wieder zu sehen, dass du ein wundervoller Mensch bist und ich dich liebe?”
“Kannst du mir aus der Patsche helfen, indem du mich daran erinnerst, was du alles für mich tust?”

Bitte lass uns doch wissen, inwieweit diese Formel (oder Teile davon) dir geholfen haben. Schreibe uns eine E-Mail oder hinterlasse unten einen Kommentar.
Ich freue mich schon ungeduldig darauf, zu hören, welche aufregenden Veränderungen in deinen Beziehungen du erlebst!

Danke,

Kendra

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